Apfel · Malus domestica
Tafelobst Dörrobst
Synonyme: Calville Blanc d'Hiver, Calville blanc, Eckapfel, Erdbeerapfel, Französischer Quittenapfel
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Der Weiße Winterkalvill ist ein anspruchsvoller Tafelapfel, der vor allem für den Liebhaberanbau geeignet ist. Der Baum wächst in der Jugend kräftig, lässt aber bald nach; die historische Literatur empfiehlt ihn wegen seiner hohen Ansprüche an Boden und Lage im Grunde nur als Mauerspalier, am besten an einer regengeschützten Südwand, wo die Früchte am besten ausgebildet werden. Auf Halb- und Hochstämmen wie auf Büschen bilden sich die Früchte nach historischen Angaben nicht gut aus. An die Nährkraft des Bodens stellt er besonders hohe Ansprüche: verlangt werden tiefgründige, humose, nährstoffreiche, warme und nicht zu feuchte Böden sowie ein geschützter, windoffener Standort. Er trägt früh und regelmäßig, blüht mittelfrühe bis früh, wobei die kurze Blüte witterungsempfindlich ist; er ist ein guter Pollenbildner. Die Sorte ist stark schorfanfällig und allgemein empfindlich für Krankheiten und Schädlinge; die empfindliche Haut verlangt sorgfältige, vorsichtige Ernte und Lagerung. Heute ist die Sorte stark gefährdet und nur noch bei Liebhabern und in Sammlungen zu finden.
Die Frucht ist groß bis sehr groß (historisch bis 250 mm über Kelch und Stiel), flachkegelig bis kegelförmig und unregelmäßig stark gerippt; gerade die regelmäßige Ausbildung dieser Rippen galt als Zeichen hochwertiger „Kabinettware". Das Fleisch ist gelblichweiß, locker, sehr fein, mürbe und sehr saftig, mit ausgewogenem Zucker-Säure-Verhältnis und feinem, erdbeerartig gewürztem, teils an Ananas und Erdbeeren erinnerndem Aroma; Diel beschreibt den Geschmack als balsamisch, und die Sorte galt als der „König der Äpfel". Sie ist ein Tafelapfel für den Rohverzehr, eignet sich ebenso zur Weiterverarbeitung undBacken; in Frankreich ist sie der traditionelle Apfel für die Tarte Tatin und zeichnet sich durch einen ungewöhnlich hohen Vitamin-C-Gehalt aus. Geerntet wird ab Anfang bis Mitte Oktober, genussreif ist die Frucht vom Dezember bis März; unter günstigen Bedingungen hält sie sich bis in den April oder Mai.
Pomologisch: Schale trocken, erst gelblichgrün, später gelb bis quittengelb, auf der Sonnenseite zart orangerot verwaschen, Lentizellen groß, teils rot umhöft; Kelch offen, Kelchgrube tief und weit, von fünf Höckern umgeben, aus denen kräftige Rippen bis zur Stielhöhle laufen; Stiel kurz bis mittellang, holzig, Stielgrube tief, faltig und strahlig graubraun berostet; Kernhaus offen mit engen, zerrissenen Kammern und gut ausgebildeten braunen Samen. Die Sorte ist sehr alt und vermutlich französischen Ursprungs; sie soll schon 1598 von Jean Bauhin als „Weißer Züricher Apfel" beschrieben und wurde 1628 von Le Lectier als Calville Blanc aufgeführt, mit alten deutschen Namen wie Französischer Quittenapfel, Eckapfel, Erdbeerapfel und Paradiesapfel. Im 19. Jahrhundert war sie weit verbreitet und wurde mit enormem Aufwand (Spaliermauern, Eintüten der Früchte) kultivert; um 1900 erzielten Südtiroler Früchte Einzel-, Preise von 1 bis 1,50 Reichsmark. Wegen der hohen Kulturansprüche und der Schorfempfindlichkeit ging der Anbau ab den 1920er Jahren stark zurück. Die Angaben folgen Jens Meyer (obstsortenerhalt.de), der Obsttafel Nr. 21 der Gartenzeitschrift „Nach der Arbeit", der Deutschen Genbank Obst, der Naturadb und der Wikipedia.
Quellen: Weißer Winterkalvill – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (obstsortenerhalt.de) · Passport-Eintrag Weißer Winterkalvill – Deutsche Genbank Obst · Weißer Winter-Calville – Wikipedia (de)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3 + deepseek/deepseek-v4-flash, 2026-10-22). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.