obstdoc — Roter Brasilienapfel

Roter Brasilienapfel

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Unbekannt; Norddeutschland (Elbtalaue, Amt Neuhaus, Mecklenburg)
Seit
1776
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
hoch und aufrecht
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Genussreife
Anfang September – Ende November (09A-11E)
Wikidata
Q27926441
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Genussreife

Wirtschaftsobst

Synonyme: Brasilienapfel, Brunsiller Apfel, Großer Brasilienapfel, Mecklenburger Königsapfel, Mecklenburgischer Königsapfel

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Rote Brasilienapfel ist eine starkwüchsige Sorte mit hohem, aufrechtem Wuchs, die große Bäume macht. Auf Streuobstwiesen erreicht sie mit bis zu 15 Metern Höhe die höchsten Werte unter den Apfelbäumen und bildet ausladende Äste; es gibt einige über 100 Jahre alte Hochstammbäume mit hoher Lebenskraft. Die Sorte gilt als gesund und sehr widerstandsfähig gegen Apfelschorf und Obstbaumkrebs; nach Angabe des Lüneburger Streuobstwiesenvereins ist sie extrem robust und erträgt in ihrem Lebensraum, der Elbtalaue, sogar mehrwöchige Überflutungen. Als „robuste Streuobstsorte“ stellt sie keine hohen Bodenansprüche, verlangt aber nahrhafte Böden und ist für Sandboden weniger geeignet. Alte Bestände stehen im Amt Neuhaus an der Elbe, einzelne Bäume auch in Mecklenburg, darunter in Straßenpflanzungen bei Neubrandenburg, die sich über erhaltene Pflanzpläne als „Mecklenburger Königsapfel“ identifizieren ließen. Seit 2012 wird die Sorte regelmäßig aus Reisermaterial vermehrt. Zur Blütezeit, Befruchtung und zum Ertragsverhalten liegen keine Angaben vor.

Das weiße bis gelblichweiße Fruchtfleisch ist mäßig saftig, locker, wird schnell mehlig bzw. mürbe und hat kein ausgeprägtes Aroma; die Sorte ist deutlich säurebetont. Die Urteile gehen auseinander: Der Pomologen-Verein nennt den Geschmack „feinsäurig“, die deutsche Wikipedia „weinsäurig und sehr angenehm“, während Jens Meyer vom Erhalternetzwerk das Fleisch als „vorwiegend säuerlich, ohne besonderen Geschmack“ beschreibt und die optisch ansprechende Frucht einen „Blender“ nennt – schon Henne hatte 1776 urteilt, sie sei fast saftlos und ganz unschmackhaft. Die Früchte werden zwischen Mitte September und Mitte Oktober gepflückt (Gesamtreifezeit September bis November) und halten bis nach Weihnachten. Wegen ihrer schönen Rotfärbung diente die Sorte früher als Brautapfel und Schmuck auf Hochzeitstafeln; daraus gekochtes Apfelmus erhält eine rosa Färbung. Das Freilichtmuseum am Kiekeberg, das die Sorte pflegt, presst die Früchte zu Saft.

Die mittelgroßen bis großen Früchte sind kegelförmig, im Querschnitt schwach bis stark kantig, teils mit leichten Rippen am Kelch. Die glatte Schale hat eine gelbe Grundfarbe und eine dunkelrote bis intensive bordeauxrote Deckfarbe; Sonnenfrüchte sind meist vollständig tief dunkel- bis violettrot überzogen und zeigen oft einen bläulich schimmernden Wachsüberzug. Stielgrube eng bis mittelweit, flach bis mitteltief; Kelchgrube flach bis mitteltief, mit Falten und Wülsten, teils mit Fleischperlen und geknautschtem Kelch; Kelchblätter weißlich befilzt. Typisch ist das große, offene Kernhaus mit bogenförmigen, meist etwas gerissenen Kammerwänden. Verwechselsorten sind der Berner Rosenapfel (schmeckt besser, eingesenkte Lentizellen) und der Oberländer Himbeerapfel (kleines, geschlossenes Kernhaus). Die Herkunft ist unbekannt; erstmals beschrieben wurde die Sorte vom Pastor und Pomologen Samuel David Ludwig Henne – die Quellen nennen dafür unterschiedliche Jahre (1750, 1773 bzw. 1776). Ihren Namen verdankt sie der Farbe des Brasilholzes („brasa“, portugiesisch für Glut des Feuers), nicht einer Herkunft aus Brasilien. Unter dem Namen Mecklenburger (Mecklenburgischer) Königsapfel – erstmals verwendet bei Langethal 1859 – war die Sorte in Mecklenburg beliebt; um Schwerin kannte man sie laut Oberdieck unter dem Namen „Kalvill Rouge“. Als Roter Brasilienapfel kam sie wahrscheinlich nur an der Elbe oberhalb von Lauenburg vor und überdauerte dort dank der Baumschule Quade in Neuhaus, die sie bis in die 1930er Jahre (nach anderen Angaben bis etwa 1950) verbreitete. Danach galt die Sorte lange als verschollen und wurde erst nach der Wiedervereinigung im Gebiet der ehemaligen innerdeutschen Grenze wiederentdeckt, unter anderem durch Hermann Stolberg aus Neu Darchau. 2018 war der Rote Brasilienapfel „Sorte des Jahres“ der Norddeutschen Apfeltagen in Hamburg; das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt stuft ihn als „vom Aussterben bedroht“ und als Regionalsorte ein. Die Beschreibung stützt sich vor allem auf das Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Jens Meyer), die Mitteilung des Pomologen-Vereins zur „Sorte des Jahres 2018“ und den Wikipedia-Artikel „Roter Brasil“.

Quellen: Roter Brasilienapfel · Apfel des Jahres 2018 in Norddeutschland: „Roter Brasilienapfel“ · Roter Brasilienapfel – LiKK e.V.

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.

Bilder aus Wikipedia

File:Pom.Mon.Hefte 1867 Meklenburger Königsapfel.jpg
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File:Norddeutschland.jpg
Flammingo · CC BY-SA 3.0 · Commons

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