obstdoc — Bollweiler Birne

Bollweiler Birne

Bollweiler Birne · × Sorbopyrus auricularis

Herkunft
Bollweiler (Bollwiller), oberes Elsass, Frankreich
Wuchsform
hoch, aufrecht, birnbaumartig
Gefährdung
stark gefährdet
Blüte
mittelfrüh
Genussreife
Anfang September – Mitte September (09A-09C)
Wikidata
Q44778579
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

Synonyme: Alteweiberbirne, Azerolbirne, Bollweiler pear, Hagebuttenbirne, Hainbuttenbirne, Hambuttenbirne, Hornissenbirne, Lazearolbirne, Mehlbirne, Mispelbirne, Rothbirne, Shipova, ×Sorbopyrus irregularis

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Bollweiler Birne ist eine Naturhybride aus Kultur-Birne (Pyrus communis) und Echter Mehlbeere (Sorbus aria), nur aus Kultur bekannt und triploid (2n = 3x = 51). Sie wächst als sommergrüner Baum; die Höhenangaben gehen dabei weit auseinander: Historische Beschreibungen nennen einen hohen Wuchs „wie die großen Birnbäume“, die Wikipedia gibt Wuchshöhen von 6 bis über 16 Metern an, während neuere Wildobst- und Baumschuldarstellungen einen kleinen Baum bis etwa 5 Meter Höhe beschreiben. Die Zweige sind anders als bei der Holzbirne unbedornt; die ledrigen, doppelt gesägten Blätter sind unterseits filzig behaart und färben sich im Herbst auffällig. Die weißen, stark duftenden Blüten mit roten Staubbeuteln erscheinen je nach Quelle Ende April bis Anfang Mai bzw. im Mai. Da die Art weitgehend steril ist und nur selten keimfähige Samen bildet, wird sie seit ihrer Entdeckung ausschließlich durch Veredlung vermehrt; die Reiser werden üblicherweise auf den gewöhnlichen Birnbaum gepfropft, im Handel auch auf Quitte. Nach einer Baumschulangabe gilt sie als generell anspruchslos und frosthart, soll aber einen sonnigen Standplatz erhalten und selbstfruchtbar sein.

Das gelbe, mehlige Fruchtfleisch schmeckt süß-säuerlich und duftet aromatisch; Wimmer beschreibt es als süß und zuckrig, wenig aromatisch, von der Konsistenz mehliger Äpfel und gelegentlich mit Quittengeschmack. Nach wildobst.info erinnert der Geschmack zunächst an Birne, vollreif an Hagebutten (daher der Name Hagebuttenbirne); Degupedia vergleicht ihn mit Nashi. Die Früchte dienen dem Frischverzehr als Tafelobst; nach Wimmer reifen sie von Mitte August bis Oktober, nach Baumschulangabe in der ersten Septemberhälfte. Bereits Johann Bauhin notierte, dass die reifen Früchte sich leicht vom Baum schütteln lassen, sich eine Weile im Lager halten und dann wie die meisten Birnen verderben – die Lagerfähigkeit ist somit begrenzt.

Die kleinen Früchte sind 2,5 bis 3 Zentimeter lang und 2 bis 3, manchmal bis 5 Zentimeter breit und apfel-, birnen- bis hagebuttenförmig. Die Grundfarbe ist gelb bis gelborange, auf der Sonnenseite rotorange bis klar rötlich; Bauhin erwähnt zusätzlich kleine weiße Punkte. Die Früchte hängen zu mehreren an sehr langen Stielen, das Fruchtfleisch ist gelb, Samen werden nur selten und wenige gebildet. Die Sorte entstand Mitte des 16. Jahrhunderts im Schlossgarten der Freiherrn von Bollweiler (heute Bollwiller) im oberen Elsass und wurde erstmals von Johann Bauhin beschrieben (posthum 1650 als Pirus Polvilleriana). Im 18. Jahrhundert war sie stark verbreitet, heute ist sie selten; 1834 wurde im Pariser Jardin du Roi ein Sämling mit dem Namen 'Malifolia' gefunden. Der korrekte botanische Name ist nach Wimmer (2014) ×Sorbopyrus irregularis (Münchh.) C.A.Wimm.; der verbreitete Name ×Sorbopyrus auricularis beruht auf einem Schein-Basionym, nach Sennikov und Kurtto (2017) wäre ×Pyraria irregularis zutreffend. Die Beschreibung stützt sich vor allem auf den Aufsatz von Clemens Alexander Wimmer (ZANDERA 29, 2014), ergänzt durch Wikipedia und wildobst.info.

Quellen: Bollweiler Birne – Wikipedia · C. A. Wimmer: Die Bollweiler Birne × Sorbopyrus irregularis – Geschichte und Nomenklatur (ZANDERA 29 (2014), Nr. 2, S. 58–69) · Spiegel desselben ZANDERA-Aufsatzes (historischegaerten.de) · x Sorbopyrus auricularis (Knoop) C.K. Schneid (Bollweiler Birne) – wildobst.info · Sorbopyrus auricularis – Bollweiler Birne, by Manfredhans · Bollweiler Birne – Degupedia Nagetier-Wiki

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Die Bollweiler Birne (×Sorbopyrus irregularis (Münchh.) C.A.Wimm.) oder Hagebuttenbirne (vor allem in Thüringen auch Hambuttenbirne[1][2]), als Sorte auch Shipova genannt, ist eine Hybride der Kultur-Birne (Pyrus communis) und der Ebereschen-Art Echte Mehlbeere (Sorbus aria). Wikipedia.

In der Literatur

1834 wurde im Pariser Jardin du Roi ein Sämling entdeckt, der den Namen 'Malifolia' erhielt. Später wurden noch weitere leicht abweichende Nachkommen erzielt.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

BaumBongertPositionPflanzjahr
053Streuobstplantage GartenfeldO152024

Bilder aus Wikipedia

File:Shipova fruit.jpg
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File:Edwards's botanical register (Plate 1437) (7794918376).jpg
Lindley, John; Ridgway, James · Public domain · Commons
File:Pomona Francorica-1 075.tif
Universität Kopenhagen · CC BY-SA 4.0 · Commons

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