Birne · Pyrus communis
Prinzessin Marianne ist eine alte Birnensorte, die um 1800 in Brüssel von van Mons gezüchtet wurde. Geerntet wird von Mitte bis Ende September, genussreif ist die Frucht nach kurzer Lagerung etwa bis Mitte Oktober. Die Sorte gilt als anspruchslose Herbstbirne für alle Böden, deren Anbau sich besonders in Hochlagen bewährt hat und die auch über 350 m empfohlen wird. Der Ertrag setzt früh ein; später wechseln Vollernten mit mittelhohen ab. Die Bäume bilden eine hochpyramidale, schmale und aufrechte Krone und eignen sich gut für Streuobst.
Tafelobst Wirtschaftsobst
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Synonyme: Boscs frühzeitige Flaschenbirne, Calebasse Bosc, Frühe Bosc, Kaiserkrone, Salisbury
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'Prinzessin Marianne' bildet einen in der Jugend stark, später nur noch mittelstark wachsenden Baum mit hochpyramidaler, im Alter überhängender Krone; das Wachstum lässt mit den Jahren deutlich nach, sodass die Sorte nicht sehr groß wird und im Alter von Verjüngung profitiert. Sie gilt als anspruchslos und robust: für alle Böden geeignet, ohne besondere Wärmeansprüche, breit anbaufähig bis an die Grenzlagen des Birnenanbaus und auch an rauen Standorten; der Anbau in Gebirgslagen über 350 m wird ausdrücklich empfohlen und hat sich in Hochlagen bewährt. Die Schorfanfälligkeit ist gering, insgesamt wird die Sorte als unproblematisch und kaum krankheitsanfällig beschrieben. Der Ertrag setzt früh ein und ist hoch, später wechseln Vollernten mit mittelhohen Erträgen ab (in älteren Quellen: reich, wenn auch nicht jährlich tragend). Die Blüte ist spät und lang anhaltend. Auf Sämlingsunterlage (Wildling) wächst sie gut und liefert schöne Pyramiden; auf Quitte gedeiht sie nach älteren Beobachtungen nur schlecht. Sie eignet sich für Streuobstwiese und Garten, in historischer Sicht auch als Hochstamm in geschützten Lagen, und ist in der offiziellen NRW-Vorschlagsliste alter Streuobstsorten enthalten.
Die Früchte sind saftig, halbschmelzend bis schmelzend und süß mit feiner Säure; auf kühleren Standorten fällt der Geschmack säurebetonter aus. Das Aroma wird als schwach bis zart, in der älteren Pomologie als zimtartig gewürzt und feinweinig-zuckerig beschrieben; die Sorte galt Jahn/Lucas/Oberdieck als vortreffliche Tafelfrucht, heute wird die Geschmacksqualität teils als befriedigend eingestuft. Verwendet wird sie als Tafelbirne, für Kompott und zum Einkochen, hartreif auch zur Saftverarbeitung. Die Baumreife liegt im September (Mitte bis Ende September), die Genussreife von Mitte September bis in den Oktober; geerntet wird kurz vor der Baumreife, bis dahin hängen die Früchte windfest. Die Lagerfähigkeit ist kurz: je nach Standort etwa 14 Tage, in Gebirgslagen 3–4 Wochen, wobei freie Lagerung empfohlen wird und nicht das Einkellern.
Die birnen- bis flaschenförmige, mittelgroße Frucht (etwa 65–85 mm lang) ist vor allem an ihrer leichten Fünfkantigkeit zu erkennen; die Oberfläche ist teils etwas beulig. Die Grundfarbe ist grüngelb bis hellgelb, meist ist die ganze Frucht von einem feinen zimtfarbigen bis gelbbraunen Rost überzogen. Der Stiel ist lang, meist gebogen und geht oft mit einem Fleischringel in die Frucht über oder wird durch einen Fleischwulst zur Seite gedrängt; die Kelchblätter sind kurz, stehen etwas ab und sind am Grund verwachsen. Das Fleisch ist weiß bis gelblichweiß, feinzellig und butterhaft. Verwechslungsgefahr besteht mit 'Boscs Flaschenbirne', die größer, im Querschnitt rund ist, den Fleischring am Stiel nicht zeigt, dunkleres Laub hat und vier bis sechs Wochen später reift. Die Sorte wurde wahrscheinlich um 1800 von Jean Baptiste van Mons in Brüssel gezogen, gelangte 1818 zu A. F. A. Diel, der sie 1826 erstmals in Deutschland beschrieb und dieselbe Sorte 1832 unversehens noch einmal als 'Salisbury'; benannt ist sie nach Marianne von Oranien-Nassau. Als Synonyme gelten unter anderem 'Salisbury', 'Boscs frühzeitige Flaschenbirne', 'Frühe Bosc', 'Calebasse Bosc' und 'Kaiserkrone'. Weit verbreitet hat sie sich nie – in die Empfehlungslisten des Pomologen-Vereins um 1900 kam sie nicht –, heute findet man sie vereinzelt in Altbäumen in ganz Deutschland; obstsortenerhalt.de führt sie als gefährdet. Beschrieben ist sie bei Diel (1828, 1832), im Illustrirten Handbuch der Obstkunde (Bd. 2, 1860, Nr. 31), in Deutschlands Obstsorten, bei Krümmel/Groh/Friedrich (Deutsche Obstsorten) und bei Petzold (Birnensorten, 1989). Nach den Sortenporträts von Jens Meyer (obstsortenerhalt.de), Jan Bade / Rolf Meyer (Bergischer Streuobstwiesenverein) sowie dem Illustrirten Handbuch der Obstkunde.
Quellen: Prinzessin Marianne – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (obstsortenerhalt.de) · Marianne (Prinzessin Marianne) – Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. · Prinzessin Marianne – Illustrirtes Handbuch der Obstkunde (PDF, BUND Lemgo) · Prinzessin Marianne – obstsortendatenbank.de (BUND Lemgo) · Prinzessin Marianne – Wikipedia · Sortenliste Blühzeiten Birnen (Feb. 2025), gpo-bayern.de (PDF) · Prinzessin Marianne – Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Bamberg · Prinzessin Marianne-Birne: Anbau & Geschmack – Plantura · Herbstbirne 'Marianne'/'Prinzessin Marianne' – Baumschule Horstmann · Birnbaum Prinzessin Marianne – biobaumversand.de
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-11). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Große Tafelbirne. #Suchliste
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.