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Roter Bellefleur

Apfel · Malus domestica

Der Rote Bellefleur ist eine alte Apfelsorte aus Holland, die seit etwa 1760 bekannt ist. Er blüht sehr spät – daher auch der Name Siebenschläfer – und eignet sich dadurch auch für Extremlagen. Die Ernte erfolgt von Anfang bis Ende Oktober; genussreif ist die gut lagerfähige Frucht ab Dezember und hält sich bis in den April hinein. Der Apfel gilt als wohlschmeckend, ist teilweise selbstfruchtbar und zugleich ein guter Pollenspender für andere Sorten. Der Ertrag setzt jedoch spät ein, und der Wuchs ist anfangs schwach, bevor er später stark wird.

Herkunft
Holland
Seit
1760
Wüchsigkeit
mittelstark
Wuchsform
kugelig, großkronig
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Ernte
Anfang Oktober – Ende Oktober (10A-10E)
Blüte
extrem spät (meist Ende Mai)
Genussreife
Anfang Dezember – Ende April (12A-04E)
Wikidata
Q16320753
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

#lecker#selbstfruchtbar

Synonyme: Brabantse Bellefleur, Enkele Bellefleur, Holländischer Bellefleur, Malmedyer, Menznauer Rosenapfel, Pfingstapfel, Roter holländischer Bellefleur, Siebenschläfer

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum des Roten Bellefleur bildet nach H.-J. Bannier mittelgroße bis große, kugelige Kronen bei mittelstarkem Wuchs und trägt ein mittelgroßes, mittelgrünes und relativ gesundes Laub; andere Darstellungen (Wikipedia, Streuobst Niederrhein, Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz) beschreiben den Wuchs in der Jugend als langsam bis schwach und erst im Alter als kräftig, wobei die Sorte langlebig ist und dann sehr stattliche, gleichmäßig kugelförmige Kronen bildet. Auffälligstes Merkmal sind der extrem späte Austrieb und die extrem späte Blüte, die oft erst Ende Mai erfolgt und der Sorte den Beinamen „Siebenschläfer“ eingetragen hat. Dadurch entgeht sie in der Regel nicht nur den Spätfrösten, sondern auch Frostspannerplagen, weil die gefürchteten Raupen zu diesem Zeitpunkt ihre Fraßperiode schon beendet haben; als Befruchter kommt sie nur für ebenfalls sehr spät blühende Sorten in Betracht, und weil zur Blütezeit kaum andere Sorten blühen, vermutet Bannier eine teilweise Selbstfruchtbarkeit. Wikipedia führt die Sorte als diploid und guten Pollenspender, empfiehlt sie aber nicht als Unterlage. Bannier bewertet den Baum als relativ wenig anfällig gegen Schorf, Krebs und Mehltau und wegen seiner Frosthärte auch für höhere Lagen geeignet, den Ertrag jedoch nur als mittelhoch; die Streuobst-Sortenliste der Landwirtschaftskammer NRW führt ihn als robuste, breit anbaubare Streuobstsorte mit sehr später Blüte, und mehrere Quellen nennen geringe Standortansprüche, hohe Vitalität und gute Erträge auch auf schlechteren Böden. Deutlich abweichend beurteilt die niederländische Fruitsorten-Beschreibung das als Synonym geführte „Brabantse Bellefleur“: langsamer Wuchs, der eine starkwüchsige Unterlage verlangt, Anspruch auf fruchtbaren Boden, Empfindlichkeit gegen Staunässe, spät einsetzender Ertrag mit starker Alternanz und hohe Anfälligkeit für Obstbaumkrebs, weshalb das Interesse an der Sorte in den Niederlanden zurückging – ob dieser Befund vollständig auf den Roten Bellefleur übertragbar ist, bleibt offen. Empfohlen wird die Sorte vor allem für Streuobstwiese und Hochstamm, auch in rauen und höheren Lagen.

Geschmacklich ist die Frucht nach Bannier mild süßsäuerlich bei relativ geringer Säure; das Fruchtfleisch bleibt bis in den Winter hinein fest, ist fein- bis mittelfeinzellig, mäßig saftig und nicht duftend. Wikipedia beschreibt den Geschmack als süßlich bis würzig bei mittelmäßiger Saftigkeit. In der von Bannier verwendeten Geschmacksskala (1 = sehr gut) erhält die Sorte die Note 3; sie gilt vor allem als Wirtschaftsapfel, eingeschränkt als Tafelapfel, genannte Verwendungen sind Küche und Backen sowie Saft. Die Pflückreife liegt Mitte bis Ende Oktober (Bannier: 15.–30. Oktober; Wikipedia nennt weiter gefasst Mitte September bis Ende Oktober), die Genussreife ab Dezember. Die Früchte sind fest und nicht druckempfindlich und halten sich fünf bis sechs Monate, auf dem Lager bis März/April, nach regionalen Angaben bis in den Mai; die niederländische Quelle nennt eine Gebrauchszeit Dezember bis März bei geringen Lagerverlusten.

Die Frucht ist mittelgroß (bei vollem Behang oft klein), kantig, unregelmäßig in Größe und Form, oft typisch rautenförmig schief, stiel- und kelchseitig abgeflacht. Die glatte, glänzende Schale ist am Baum dunkelgrün und wird auf dem Lager freundlich gelb, mit tief dunkelroter bis bräunlichroter, verwaschen streifiger, bei starker Ausfärbung flächiger Deckfarbe auf einem Drittel bis vier Fünftel der Frucht; die Schalenpunkte sind klein und hell. Die Kelchgrube ist mittelweit und mitteltief bis tief mit unregelmäßig wulstiger, kantiger Umgebung, der Kelch halboffen; die Stielgrube ist meist hell- oder olivbraun klecksig berostet, der Stiel kurz, oft fleischig und nicht herausragend. Die Kerne sind klein, kugelig und dunkel- bis schwarzbraun, das Fruchtfleisch gelblich-weiß. Verwechslungsmöglichkeiten bestehen mit dem Rheinischen Winterrambur sowie mit dem sehr seltenen „Großen Roten Bellefleur“, der sich vor allem durch die Fruchtgröße, auffälligere Schalenpunkte und größere, länglichere braune Samen unterscheidet; die mittelhessische Lokalsorte „Siebenschläfer“ aus dem Solmsbachtal ist trotz des gleichlautenden Synonyms ebenfalls eine andere Sorte. Die genaue Herkunft ist unbekannt, der Ursprung wird in Holland vermutet (vielfach mit der Jahreszahl 1760 verbunden), früher hieß die Sorte auch Holländischer Roter Bellefleur. Um 1800 kam sie nach Deutschland und war um 1900 in Holland, Teilen Belgiens (dort als Enkele oder Brabantse Bellefleur) und in Deutschland vor allem am Mittelrhein verbreitet, wo sie teils Malmedyer genannt wurde; heute ist sie im Streuobst Mitteleuropas noch verstreut, aber überall selten und gilt als stark gefährdet. Historische Beschreibungen finden sich bei Engelbrecht, „Deutschlands Apfelsorten“ (1889, Nr. 431), in „Deutschlands Obstsorten“ (Müller/Bißmann u. a., 1905–1934) und in „Unsere besten deutschen Obstsorten“. Angaben nach H.-J. Bannier (obstsortenerhalt.de, Bergischer Streuobstwiesenverein), Wikipedia, den niederländischen Fruitsorten (WUR) sowie Streuobst-Fachstellen in NRW und Rheinland-Pfalz.

Quellen: Roter Bellefleur – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Sortenporträt von H.-J. Bannier) · Roter Bellefleur – Bergischer Streuobstwiesenverein (nach H.-J. Bannier) · Roter Bellefleur – Obstsortendatenbank BUND Lemgo (Sortenporträt) · Engelbrecht: Deutschlands Apfelsorten Nr. 431 – Roter Bellefleur (PDF) · Brabantse Bellefleur – Nederlandsche Fruitsorten (WUR Speccol) · Roter Bellefleur – Wikipedia · Roter Bellefleur – Streuobst Niederrhein · Roter Bellefleur – Streuobstsorte des Jahres, Verband der Gartenbauvereine Saarland/Rheinland-Pfalz · Obstsortenempfehlung für Streuobst in NRW – Landwirtschaftskammer NRW (PDF) · Roter Bellefleur – Streuobst in Bayern · Arche Noah Obstsortenblatt Roter Bellefleur (PDF) · Sortenbeschreibungen Apfel – Arche Noah (Übersicht) · Roter Bellefleur – Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB) · Edelreiserabgabe Äpfel – Akzessionsliste (obstsortenerhalt.de) · Apfel 'Roter Bellefleur' – Gardify · Apfelbaum Roter Bellefleur – Biobaumversand · Roter Bellefleur – Südflora · Apfel 'Roter Bellefleur' – Native Plants · Apfelsorte Roter Bellefleur, Malmedyer – Chromolithographie (Quagga Illustrations)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-08). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Bannier sagt Erntefenster sei Mitte bis Ende Oktober. Auf dem Lager haltbar bis März/April. Sehr später austrieb. Es wird vermutet, er sei #selbstfruchtbar .

#lecker

Auch Siebenschläfer genannt, weil so spät blühend.

In der Literatur

Spähtblühend, lecker, lagerfähig. Auch "Großer Roter Bellefleur" genannt.

Der Baum ist sehr robust, wächst aber angeblich so langsam, dass ein Stammbildner nötig ist. Am Ende bildet er jedoch große Bäume. Einen gewissen Hang zur Alternanz.

Als #unterlage ist die Sorte nicht empfehlenswert. Sie ist #diploid und ein guter Pollenspender (Wikipedia)

Wuchs anfangs schwach, später stark. Für Hochstämme sollten Stammbildner verwendet werden. Sehr späte Blüte, deshalb auch der Name Siebenschläfer (27.Juni). Guter Pollenspender für spätblühende Sorten. Sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Geringe Standortansprüche. Für raue und Mittelgebirgslagen geeignet.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 2

BaumBongertPositionPflanzjahr
121Streuobstplantage GartenfeldW122024
515Streuobstplantage SpechtsbergE052026

Bilder aus Wikipedia

File:Malus-Roter-Bellefleur.jpg
Sven Teschke · CC BY-SA 2.0 de · Commons
File:Double Belle Fleur Rouge, Ailly-le-Haut-Clocher, Apple festival 06 et 07-11-2021 (apples).jpg
APictche · CC BY-SA 4.0 · Commons
File:Malus Roter Bellefleur 4193.jpg
Sven Teschke · CC BY-SA 3.0 de · Commons
File:Pomological Watercolor POM00000478.jpg
Amanda Newton · Public domain · Commons

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