obstdoc — Hauxapfel

Hauxapfel

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Göppingen-Jebenhausen, Baden-Württemberg
Seit
1920
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
steil aufstrebend, hochpyramidal
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Ernte
Mitte Oktober – Ende Oktober (10C-10E)
Blüte
mittelfrüh
Genussreife
Anfang Oktober – Ende Februar (10A-02E)
Wikidata
Q137293997
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst Mostobst

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Hauxapfel wächst stark bis sehr stark und bildet vor allem in der Jugend steil aufstrebende, hoch pyramidale Kronen mit steilen, stark verzweigten Leitästen; ohne Schnitt werden diese ungeordnet, und auch im Vollertragsalter bleibt das Wachstum kräftig (nach einer Angabe lässt es erst im Alter etwas nach). Die Sorte stellt sehr geringe Ansprüche an Boden und Klima, gedeiht auch auf tonigen Böden, ist im Holz frosthart und nach mehreren Quellen bis in höhere bzw. Gebirgslagen anbaufähig. Die mittelfrühe, lang anhaltende Blüte gilt als witterungsunempfindlich, der Baum als guter Pollenspender. Gegen Schorf und Mehltau ist er kaum bis gar nicht anfällig und insgesamt sehr robust; nach dem bayerischen Sortensteckbrief ist er allerdings stark feuerbrandempfindlich (in Hochlagen kaum betroffen) und auf schweren Böden etwas krebsanfällig, zudem wurde örtlich Rissbildung an den Stämmen mit anschließendem Krankheitsbefall beobachtet. Fruchtfäule tritt kaum auf; die Früchte sitzen nicht windfest. Der Ertrag setzt überwiegend spät ein, ist dann aber hoch, reich und weitgehend regelmäßig. Wegen des starken Wuchses, der Robustheit und seines Säuregehalts eignet sich die Sorte vorwiegend für die extensive Hochstammkultur und ist eine typische Streuobstsorte, die als regelmäßiger Träger wieder verstärkt für den Mostbau gepflanzt wird.

Geschmacklich handelt es sich um einen klar säurebetonten Wirtschaftsapfel (rund 14 g/l Säure, mittelhoher Zuckergehalt, kaum ausgeprägtes Aroma, sehr festes, wenig saftiges Fruchtfleisch); H.-J. Bannier bewertet den Geschmack mit 4 auf seiner Skala (1 = sehr gut). Für gehobenen Frischverzehr ist er nicht bestimmt, wird aber als einer der wenigen Mostäpfel auch roh gegessen und von Liebhabern fein-säuerlicher Äpfel geschätzt. Schwerpunkt der Nutzung ist die Saft- und Mostbereitung: Der Hauxapfel gilt als sehr gute Mostsorte für gehaltvollen Saft mit hoher Saftausbeute (56,5 %), üblicherweise in Mischung mit süßeren Sorten; daneben werden Backen sowie die Verwendung für Wein und Brennerei genannt. Die Pflückreife liegt überwiegend Mitte bis Ende Oktober (mehrere Quellen nennen den Erntebeginn bereits Mitte September), die Früchte halten sich rund fünf Monate, etwa bis Februar/März.

Die Frucht ist mittelgroß bis groß (um 200 g), etwas unregelmäßig stumpf kegelförmig bis kugelförmig abgeflacht, mit tiefer, weiter, unterschiedlich gerippter Kelchengrube und ausgeprägten Höckern im Kelchbereich, kleinem Kelch und kurzem Stiel in enger Stielgrube. Die derbe, glatte, fettige Schale ist zur Reife gelbgrün und sonnenseits leuchtend- bis dunkelrot verwaschen oder gestreift; das grünlichweiße, grobe Fleisch ist sehr fest und wenig saftig. Als Erkennungsmerkmale gelten helle Lentizellen und Fleischperlen in der Kelchgrube; verwechselbar ist die Sorte mit Hildeapfel und Lohrer Rambur. Um 1920 wurde der Hauxapfel in Göppingen-Jebenhausen (Baden-Württemberg) als Zufallssämling der Muttersorte 'Roter Trierer Weinapfel' durch den Baumwart Andreas Haux selektiert, jahrzehntelang als Lokalsorte der Herkunftsregion geführt und verbreitete sich ab Ende des 20. Jahrhunderts zunächst in ganz Baden-Württemberg, dann vereinzelt auch darüber hinaus; er gehört zu den bekanntesten alten Sorten des Südwestens. Das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt stuft ihn als Standardsorte ein, und 2014 wurde er in die offizielle Apfelsorten-Empfehlungsliste des Saarlandes aufgenommen. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt von Hans-Thomas Bosch (Pomologen-Verein/Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt), der Kurzbeschreibung nach H.-J. Bannier (Bergischer Streuobstwiesenverein) sowie den Steckbriefen von BOGL Baden-Württemberg und Streuobst in Bayern; als Fachliteratur werden Silbereisen/Götz/Hartmann (Obstsorten-Atlas, 1996) und Hartmann (Farbatlas Alte Obstsorten, 2015) genannt.

Quellen: Hauxapfel – Bergischer Streuobstwiesenverein (H.J. Banniers 200 Apfelsorten) · Hauxapfel – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein) · Beschreibung Obstsorte Hauxapfel – Pomologen-Verein, Obstsorten-Portal · Hauxapfel – BOGL (Beratung, Baden-Württemberg) · Hauxapfel – Streuobst in Bayern · Hauxapfel – Schmeck den Süden (Landeskampagne Baden-Württemberg) · Hauxapfel – 1000 Obstbäume für die Frankenalb

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Säure ohne Zucker. Rundet den Apfelsaft ab.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

BaumBongertPositionPflanzjahr
608Streuobstplantage RommelshardC032025

Weitere OSM-Bäume 1

OSM-KnotenCultivar-TagKoordinaten
4299026039Hauxapfel%!f(*float64=0xc00052eae8), %!f(*float64=0xc00052eb60)

Bilder aus Wikipedia

File:Haux Apfel jm55252.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons

Gefunden über das Wikidata-Objekt und die Wikipedia-Artikel. Die Bilder liegen bei Wikimedia Commons; Rechte und Bedingungen stehen auf der jeweiligen Dateiseite.