Apfel · Malus domestica
Die Zigeunerin ist eine russische Apfelsorte, die seit 1895 bekannt ist. Sie wird als Frühapfel zum Frischverzehr und zur Verarbeitung zu Mus oder Kompott genutzt. Als diploide Sorte dient sie anderen Apfelsorten als guter Befruchter. Der Baum wächst mittelstark bis schwach und bildet eine steil verzweigte, meist kleine, offene Krone; auf schweren, feuchten Böden kann jedoch Obstbaumkrebs auftreten.
Tafelobst Wirtschaftsobst
Synonyme: Zigäunerin
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Die Zigeunerin wächst nur mittelstark bis schwach und bildet eine eher steil verzweigte, meist kleine Krone; ihr Laub fällt durch auffallend große, ovale, mittel- bis dunkelgrüne Blätter auf. Gegenüber Schorf und Mehltau ist die Sorte kaum empfindlich, sie benötigt jedoch einen gut durchlüfteten, lockeren Boden — auf schweren, nach der niederländischen Beschreibung besonders auf schweren und feuchten Böden, kann sonst Obstbaumkrebs auftreten; am besten gedeiht sie auf leichten Böden. Sie blüht früh und ist als diploide Sorte ein guter Pollenspender für andere Apfelsorten. Die Fruchtbarkeit setzt früh ein und der Ertrag fällt reich und regelmäßig aus; bereits ein Zeitzeuge nannte sie 1938 einen zuverlässigen Massenträger. Ohne regelmäßige Schnittpflege vergreist sich der Baum vorzeitig. Wegen des schwachen Wuchses kommt die Sorte in erster Linie für kleinere Baumformen in Haus- und Kleingärten in Betracht; als Hochstamm benötigt sie einen Stammbildner als Zwischenveredlung, alternativ empfiehlt die niederländische Beschreibung die Erziehung als Busch auf stark wachsender Unterlage. Nach dem Arche-Noah-Steckbrief sind die Ansprüche an die Wärme gering; ein dort erfasster Baum brachte auf 850 m Seehöhe auch im überaus kühlen Sommer 1996 hervorragende Früchte.
Pflückreif ist die Frucht etwa Mitte August (nach Banniers Reifeliste 11.–25. August), genussreif bis September; sie sollte nach der Ernte alsbald verbraucht werden und hält sich je nach Lager zwei bis drei Wochen, maximal bis September. Das Fruchtfleisch ist leicht säuerlich bei mittlerem Saftgehalt und mäßigem Aroma; auf Banniers Geschmacksskala (1 = sehr gut) erreicht die Sorte die Note 3+. Zeitgenössische Kritiker hielten sie für Rohgenuss für „nicht fein genug“, während der Handel die Früchte trotz minderer Qualität wegen ihrer schönen Farbe schätzte; in der Wertgruppeneinteilung für Kernobst von 1938 stand sie dennoch in Preisgruppe 1. Gedacht ist sie als schön gefärbter Frühapfel zum Frischverzehr und zur Verarbeitung; die Kurzbeschreibung des Bergischen Streuobstwiesenvereins führt sie mit eingeschränkter Eignung als Tafel- und Wirtschaftsapfel. Nach dem LVR-Flyer ist die Frucht weich und druckempfindlich.
Die Frucht ist mittelgroß bis groß, hochgebaut, unregelmäßig und leicht kantig, kelchseitig deutlich gerippt, im Querschnitt unregelmäßig rund bis kantig. Die Grundfarbe wechselt von weißlichgrün bei Pflückreife zu weißlichgelb; die Deckfarbe ist ein leuchtendes Dunkelrot, teils deutlich streifig, teils verwaschen-marmoriert, das zwei Drittel bis fast die gesamte Frucht einnimmt; die Schale ist glatt, mattglänzend und baumfrisch bereift. Der variable Kelch sitzt in einer mitteltiefen bis tiefen, engen bis mittelweiten Grube mit faltig-wulstigen, höckerigen Rändern; der kurze, dünne Stiel ragt meist nicht aus der engen bis mittelweiten, wenig berosteten Stielgrube heraus. Das grünlichweiße Fleisch ist locker, mittelfein bis etwas grobzellig und am Kelch vereinzelt rötlich bis violettrot geadert. Über die Herkunft herrscht Unklarheit: Manche Quellen nennen Holland, die niederländische Pomologie „Nederlandse Fruitsoorten“ (1942) hingegen Riga (Lettland), von wo die Firma Vallen in Swalmen die Sorte nach Holland eingeführt haben soll. In den 1920er- und 1930er-Jahren spielte die Zigeunerin eine gewisse Rolle im rheinischen Obstanbau; heute gilt sie als stark gefährdete Regionalsorte, deren bekannte rheinische Altbäume sich auf Leverkusen, den Rheinisch-Bergischen Kreis und den Rhein-Kreis Neuss beschränken, während sie in Österreich kaum bekannt ist. Zur Unterscheidung werden u. a. Gravensteiner, Roter Gravensteiner, Jakob Fischer, Mantet, Suislepper, Westfälischer Frühapfel und Herbststreifling genannt. Die Beschreibung beruht im Wesentlichen auf dem Sortenporträt von H.-J. Bannier (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt, nach dem LVR-Handbuch „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland“, 2010), dem LVR-Sortenflyer der Biologischen Stationen, der niederländischen Sortenbeschreibung (Landbouwhogeschool Wageningen) sowie ergänzend dem Arche-Noah-Steckbrief.
Quellen: Zigeunerin – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Sortenporträt H.-J. Bannier) · Regionale Obstsorten im Rheinland – Zigeunerin (LVR-Sortenflyer, PDF) · Zigeunerin – Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. · Zigeunerin – Fruitteelt (Speccol), Landbouw Hogeschool Wageningen · Zigeunerin – Sortenblatt ARCHE NOAH (PDF)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| 1 | Löher Wiese | ||
| 53oOcyZ | Sortenerhaltungskultur Bergheimer Dreieck | B07 |
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