Apfel · Malus domestica
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Der Baum der triploiden Sorte Karmijn de Sonnaville ist starkwüchsig, auch noch im Vollertrag, und bildet eine große, breite Krone ähnlich dem Schönen von Boskoop. Die Äste tragen wenige, langknospige Triebe; auf wüchsigen Böden kann es zu verstärkter Triebbildung kommen, dann ist konsequentes Herunterbinden angezeigt, um den Baum zu beruhigen. Nach dem Kronenaufbau genügt Sommerschnitt zur Beruhigung und Auslichtung. Die Bäume sind windfest. Der Ertrag setzt relativ spät ein (in einer anderen Quelle: mäßig früh), ist dann mittelhoch, mit Neigung zur Alternanz und mitunter starkem Junifruchtfall; für Tafelobst sollten Blüten und Früchte ausgelichtet werden, um der Alternanz vorzubeugen. Die Sorte ist etwas anfällig für Mehltau, gering anfällig für Schorf und Obstbaumkrebs; nach anderer Darstellung ist sie schorf- und mehltauanfällig, teils auch krebsanfällig, stark anfällig für Feuerbrand und viröse Triebsucht. Die Blüte ist mittelspät und frostempfindlich. Sie zählt zu den wenigen Neuzüchtungen, die auch ohne Fungizideinsatz recht robust gedeihen, und kann versuchsweise für Garten und Streuobst sowie als Straßen- und Hochstammbaum empfohlen werden; sie stellt hohe Ansprüche an Boden, Lage und Pflege und will warme, geschützte Standorte auf guten, nahrhaften, nährstoffreichen Böden.
Geschmacklich gilt Karmijn de Sonnaville als Highlight: sehr aromatisch und würzig mit starkem Cox-Aroma und kräftiger Säure, schmeckend wie eine Kreuzung aus Cox Orange und Boskoop, „kerniger" und etwas lagfähiger als Cox Orange selbst. Das gelblichweiße, grobzellige, feste, saftige Fruchtfleisch ist säuerlich-süß, teils mit pfeffriger Würze und Orangen- und Mango-Noten. Die Sorte gewinnt in Verkostungen den Spitzenplatz; direkt vom Baum ist sie sehr säuerlich und sollte mindestens vier Wochen gelagert werden, bis ihre Qualität sich entwickelt. Pflückreife ist etwa Anfang bis Mitte bzw. Ende Oktober; genussreif ist sie ab November bis Dezember, je nach Lagerqualität bis Januar/Februar, in Kanada bis März. Verwendet wird sie als Tafelapfel und Frischverzehr, für Haushalt und Most bzw. Saft; in Irland wird ein Saft aus Karmijn und Bramley Seedling erzeugt. Zum Backen ist sie weniger geeignet bzw. backt gut unter teilweisem Formverlust.
Die Früchte sind außen meist groß, bis 8 cm breit, hochrund bis oblong-konisch und oft deutlich fünfkantig, mit goldgelber bis gelbgrüner Grundfarbe und verwaschen karminroter Deckfarbe; die harte, glatte Schale trägt viele deutliche Schalenpunkte und ist in Kelch- und Stielpitfte meist berostet, mit großer Rostkappe im Kelchbereich. Der Kelch ist klein mit tief schüsselförmiger Kelchgrube und langen schmalen Kelchblättern; die Stielgrube ist tief, grün und zimtfarbig berostet. Die Kelchröhre ist kurz, das Kernhausachse weit offen. Risse an der Stielgrube, Verrieselung an der Kelchseite und Korkflecken machten die Sorte für den Handel uninteressant. Gezüchtet wurde sie 1949 von Piet de Sonnaville in Wageningen (Niederlande) aus Cox Orange und Jonathan (oder Schöner von Boskoop); kommerzialisiert ab 1971, danach geringer Erwerbsanbau, heute Liebhabersorte. Als Literatur liegen Silbereisens Aufsatz „Karmijn de Sonnaville und Jonagold, zwei neue, triploide Apfelsorten" (Erwerbsobstbau 18, 1976) sowie die Sortensteckbriefe im Obstsorten-Atlas von Silbereisen, Götz und Hartmann vor. Die Angaben folgen H.-J. Bannier und Rolf Meyer im Blog des Bergischen Streuobstwiesenvereins, der deutschsprachigen Wikipedia, Richard Dahlems Erkennungsmerkmalen auf obstgarten.biz, dem Pomologenportal des Lions Smulbos, Orange Pippin sowie der kanadischen Sortenbeschreibung „Nos pommiers".
Quellen: Karmijn de Sonnaville – Bergischer Streuobstwiesenverein e.V. (Blog H.-J. Bannier) · Karmijn de Sonnaville – Wikipedia (de) · Karmijn de Sonnaville – Orange Pippin · Karmijn de Sonnavilla – Het Lions Smulbos · Our Apples / Les pommiers de chez nous – Sortenbeschreibung Karmijn de Sonnaville · Silbereisen R.: Karmijn de Sonnaville und Jonagold, zwei neue, triploide Apfelsorten – Erwerbsobstbau 18 (1976), via FAO AGRIS · Karmijn de Sonnaville – Lischwe Streuobst-Lexikon · Einzige Sortenbeschreibung der Apfelsorte Karmijn de Sonnaville – BSOWV · Karmijn de Sonnaville – Wikipedia (nl)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3 + deepseek/deepseek-v4-flash, 2026-10-22). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.