Apfel · Malus domestica
Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst
Synonyme: Heintzes Taubenapfel, Heinzes Herrnhuter Taubenapfel, Herrnhut, Herrnhuter Taubenapfel
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Der Schöne von Herrnhut wächst mittelstark und bildet eine aufstrebend hochkugelige Krone mit steilen, dicht mit Seitenholz besetzten Leitästen; die Triebkraft lässt infolge der großen Fruchtbarkeit bald nach. Wegen des reichen Behangs ist für eine ausreichende Düngung zu sorgen, und die Sorte erfordert eine regelmäßige Schnittüberwachung beziehungsweise Verjüngung der Leitäste und des Seitenholzes, weil die Früchte sonst klein und minderwertig bleiben; bei niederen Baumformen lohnt sich ein Ausdünnen bei starkem Fruchtansatz. Die Ansprüche an Boden und Klima sind gering, die Sorte ist breit anbaufähig und eignet sich für alle Erziehungsformen sowie für kalte Gebiete, mittlere Höhen und Grenzlagen des Apfelanbaus; sie gedeiht auch in rauen, windigen Höhenlagen und ist dort besonders empfehlenswert, wo andere Sorten nicht mehr gedeihen. Die Bäume dürfen nicht zu trockenstehen, vertragen also keine extreme Trockenheit. Holz und Blüten sind frostwiderstandsfähig, das Holz gilt als sehr frosthart; die Blüte ist mittelfrüh bis mittelspät und nicht empfindlich. Die Sorte ist geringfügig bis mäßig anfällig für Schorf und Mehltau, erkrankt auf schweren Böden gelegentlich an Krebs und Spitzendürre, ist aber kaum für Stippe und nur mäßig für Druckflecken anfällig und insgesamt ziemlich widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge sowie unempfindlich gegen Witterungseinflüsse. Der Ertrag setzt mittelfrüh ein, ist hoch bis sehr hoch mit ausgeprägter Neigung zur Alternanz; auf M9 wird er regelmäßig und etwas mehr als mittelhoch angegeben. Die Früchte sind windfest. Die Sorte wird vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen und historisch auch für Straßenpflanzungen; die Deutsche Genbank Obst nennt sie als guten Stammbildner.
Pflückreife ist ab September beziehungsweise Ende September bis Anfang Oktober; spätere Ernte bringt mehr Aroma, weshalb möglichst spät geerntet werden sollte. Genussreife reicht von Oktober bis Januar, teils bis Februar; gelagert werden die Früchte etwa zwei bis drei Monate, aus Hochlagen länger, ohne zu welken. Das Fruchtfleisch ist weißgelblich, saftig, mittelfest und süßsäuerlich bis säuerlichsüß mit schwachem bis mäßigem Aroma, einem etwas parfümierten Geschmack und einer spitzen, aber nicht unangenehmen Säure im Nachgeschmack; ein Verkostungsbefund nennt einen bananenartigen Geruch. Der Apfel ist ein guter Tafel- und Wirtschaftsapfel, eignet sich besonders zum Frischverzehr und sehr gut zur Saftherstellung, während sich Musverarbeitung wegen der dann grauen Färbung nicht anbietet. Die Frucht ist transportempfindlich und hat nach Slow Food Angaben einen hohen Polyphenolgehalt, weshalb sie von Allergikern gut vertragen werden soll.
Die Frucht ist mittelgroß (etwa 95 bis 100 Gramm), bei großem Behang auch kleiner, hochgebaut und unregelmäßig rundlich mit flachen Kanten, die vom Kelch zur Stielgrube verlaufen. Die Schale ist grüngelb, glatt, zäh und fettig, mit leuchtendroter, geflammter und gestreifter Deckfarbe, deren Streifung meist bis in die Stielgrube reicht, und hellen Schalenpunkten. Der Stiel ist mittellang, mitteldick, an der Frucht oft verdickt und fleischig, und sitzt in einer mitteltiefen, engen, mitunter strahlig berosteten Stieleinsenkung mit fünf bis acht Wülsten; der Kelch ist geschlossen, die Kelchhöhle schüsselförmig, eine Kelchröhre fehlt. Die Kerne sind sehr groß, schmal und lang. Die Sorte entstand um 1880 als Zufallssämling bei dem Baumschulbesitzer A. Heintze in Herrnhut in der Oberlausitz, wurde zunächst „Heintzes Taubenapfel" beziehungsweise „Herrnhuter Taubenapfel" genannt, auf Anregung von Fritz Lucas in „Schöner von Herrnhut" umbenannt und kam um 1900 in den Handel. Sie verbreitete sich rasch über die Oberlausitz hinaus als Streuobstapfel, war zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Standardwerken der Pomologie und den Baumschulkatalogen fast aller deutschen Regionen vertreten und wurde in der Oberlausitz bis in die Höhenlagen des Zittauer Gebirges angebaut; heute ist sie dort nur noch vereinzelt vorhanden und wird in Bayern als Liebhabersorte für raue Lagen geführt. Die Angaben folgen Michael Schlitt (Oberlausitz-Stiftung), H.-J. Bannier und Rolf Meyer (Bergischer Streuobstwiesenverein), dem Bayerischen Streuobstpakt (streuobst-in-bayern.de), der Deutschen Genbank Obst, Slow Food Deutschland sowie der UK National Fruit Collection.
Quellen: Oberlausitz-Stiftung: Schöner aus Herrnhut – Sortenbeschreibung (M. Schlitt) · Bergischer Streuobstwiesenverein: Schöner von Herrenhut (Bannier/Meyer) · Streuobst in Bayern: Schöner von Herrnhut · Deutsche Genbank Obst: Passport Schöner aus Herrnhut · Wikipedia (de): Schöner von Herrnhut · Slow Food Deutschland: Schöner von Herrnhut vom Hochstamm
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3 + deepseek/deepseek-v4-flash, 2026-10-22). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.
| OSM-Knoten | Cultivar-Tag | Koordinaten |
|---|---|---|
| 3313235081 | Schöner von Herrnhut | %!f(*float64=0xc000be12e0), %!f(*float64=0xc000be12e8) |