Apfel · Malus domestica
Tafelobst Wirtschaftsobst
#BergischeLokalsorte
Synonyme: Schöner von Burscheid
Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek
Der Baum des „Schönen aus Burscheid“ wächst nach dem Sortenporträt von Hans-Joachim Bannier mittelstark und bildet mittelgroße bis große, pyramidale Kronen; die Seitenäste stehen zunächst steil aufrecht und kippen später unter Fruchtbehang außen ab. Der Ertrag ist mittelhoch und alterniert zwischen hohem und geringem oder ganz aussetzendem Behang. Die Blüte ist mittelfrüh; das Laub ist mittelgroß und mittel- bis dunkelgrün. Gesundheitlich gilt die Sorte insgesamt als relativ robust: nur geringe Anfälligkeit für Schorf und Mehltau, auf schweren Böden allerdings etwas anfällig für Obstbaumkrebs. Weitere Angaben zu Standort-, Klima- und Höhenlagenansprüchen, zu Befruchtersorten oder zur Lebensdauer und zur Eignung als Straßenbaum sind in den vorliegenden fachlichen Quellen nicht belegt; als Lokalsorte des Bergischen Landes ist sie dort im Streuobst-Hochstammbau entstanden und wird in diesem Rahmen erhalten und wieder vermehrt.
Geschmacklich ist der Schöne aus Burscheid frisch vom Baum ein optisch ansprechender, mild süßsäuerlich-aromatischer Tafelapfel, vor allem aber ein sehr guter Wirtschaftsapfel für die häusliche Verarbeitung; auch als Back- und Kochapfel wird er beschrieben. Das Fruchtfleisch ist saftig, süßsäuerlich bei deutlicher Säure und leicht aromatisch, wird bei Lagerung aber bald mürbe. Die Pflückreife liegt etwa Anfang (bis Mitte) September, genussreif bleiben die Früchte bis in den Oktober. Wegen der Neigung zum Faulen sollten die Äpfel nach der Ernte zügig verwertet werden; eine längere Lagerung ist nicht möglich.
Pomologisch ist die Frucht mittelgroß und in der Form variabel, meist breit kegelförmig, teils hoch kegelförmig, im Querschnitt unregelmäßig rund; die Deckfarbe ist orangerot bis rot, marmoriert und darüber kurzstreifig getuscht. Die Kelchhöhle ist trichterförmig, das Kernhaus knapp mittelgroß mit leicht geöffneter Achse und eng ums Kernhaus liegenden Gefäßbündeln, die Kernhauswände ohrenförmig und vereinzelt gerissen (Risse teils stark verpilzt), die Kerne knapp mittelgroß, oval-rundlich und braun. Das Fruchtfleisch ist hell gelblich-weiß bis fast weiß, fest, mittelfeinzellig und mäßig verbräunend. Als Verwechslersorten werden Heuchelheimer Schneeapfel und Rambur Mortier genannt, die Färbung nach Lagerung erinnert etwas an Berlepsch. Die Sorte ist eine Lokalsorte des Bergischen Landes, vermutlich in Leverkusen-Burscheid entstanden; genaue Herkunft und Entstehungszeit sind unbekannt. Erwähnt wird sie 1916 in der „Rheinischen Monatsschrift für Obst-, Gemüse- und Gartenbau“ (Heft 6, S. 230), später von Möhring (1949) in einer Aufzählung bergischer Lokalsorten in Hinrichs/Möhring, „Die Bergische Obstkammer“. Heute ist sie im Streuobst nur noch sehr selten und gilt als stark gefährdet; in kleinen Stückzahlen vermehren die Baumschule Korff in Odenthal und der Rheinisch-Bergische Naturschutzverein die Sorte, außerdem ist sie im Obstmuttergarten Rheinland (Obstreisergarten) im Sortiment. Die Beschreibung folgt im Kern dem Sortenporträt von H.-J. Bannier auf obstsortenerhalt.de, das aus dem LVR-Handbuch „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland“ (LVR-Netzwerk Umwelt mit den Biologischen Stationen im Rheinland) übernommen ist, ergänzt um die Sortenvorstellung von Streuobst.Land.
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-08). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Das junge Holz ist sehr brüchig.
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| iGMA1RT | Sortenerhaltungskultur Bergheimer Dreieck | ||
| 031 | Streuobstplantage Gartenfeld | I15 | 2022 |
| 599 | Streuobstplantage Rommelshard | I03 | 2025 |
Gefunden über das Wikidata-Objekt und die Wikipedia-Artikel. Die Bilder liegen bei Wikimedia Commons; Rechte und Bedingungen stehen auf der jeweiligen Dateiseite.