obstdoc — Zabergäu Renette

Zabergäu Renette

Apfel · Malus domestica

Ein feiner säuerlicher Winterapfel, dessen Genussreife von Anfang November bis Ende März reicht. Der Geschmack gilt als gut, der Baum als relativ robust. Die betonte Säure macht die Früchte zu einem kräftigen Most und zu einem guten Backapfel. Die Zabergäu Renette ist triploid: Sie wächst stark und bildet große Früchte, taugt aber als Befruchter für andere Sorten nicht und braucht selbst zwei geeignete Pollenspender in der Nähe.

Herkunft
Hausen an der Zaber, Zabergäu (Württemberg/Heilbronn), Deutschland
Seit
1885
Wüchsigkeit
sehr stark
Wuchsform
breit
Ernte
Ende September – Ende Oktober (09E-10E)
Blüte
lang anhaltend
Genussreife
Anfang November – Ende März (11A-03E)
Wikidata
Q138931
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst Brennobst

#triploid

Synonyme: Graue Renette vom Zabergäu, Hausener Graue Renette, Zabergäu

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Zabergäu Renette wächst von Jugend an sehr stark und bleibt auch im Vollertragsalter kräftig; sie bildet eine große, flache, breite Krone mit aufwärtsgerichteten, mäßig verzweigten Ästen. Das Holz ist nicht ganz frostfest, besonders nach hohen Erträgen, weshalb die Sorte warme Lagen bevorzugt. Sie stellt hohe Bodenansprüche und gedeiht am besten auf tiefgründigen, nährstoffreichen Böden; Abweichungen vom idealen Standort wirken sich auf die Fruchtqualität aus, und auf schweren, nassen Böden tritt Obstbaumkrebs auf. Gegen Feuerbrand ist sie nur gering anfällig, auch Schorf und Mehltau bereiten wenig Probleme; zu achten ist auf Stippe — besonders bei jungen, scharf geschnittenen Bäumen — und auf Rote Spinne, zudem reagiert die Sorte sehr empfindlich auf Kupfermittel. Die Blüte ist mittelfrüh und nicht empfindlich; als triploide Sorte ist die Zabergäu Renette ein schlechter Pollenspender und braucht geeignete Befruchtersorten in der Nähe. Der Ertrag fällt auf schwachwachsenden Unterlagen mittelhoch und meist alternierend aus; Ausdünnen nach dem Junifall kann die Alternanz mindern, und ein Sommerschnitt fördert gleichmäßigere Ernten. Bis zur Baumreife sitzen die Früchte windfest am Baum, danach kommt es zu starkem Fruchtfall, sodass mehrmaliges Durchpflücken ratsam ist. Mit ihrem kräftigen Wuchs eignet sich die Sorte gut für Streuobstwiesen und Hochstämme in warmen Lagen und wird für den extensiven Anbau in bevorzugten Lagen empfohlen.

Die Früchte schmecken süßsäuerlich mit feiner Würze und sind milder und weniger säurebetont als der 'Schöner aus Boskoop'; das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, feinzellig, eher wenig saftig und zunächst druckfest. Die Pflückreife beginnt Ende September bis Oktober, etwas früher als beim Boskoop, die Baumreife fällt auf Mitte Oktober. Genussreif sind die Früchte von November bis März, werden dann aber mürbe und trocken — die Lagerfähigkeit ist auf rund vier Monate begrenzt, und wegen der rauen Schale sollte das Lager feucht sein. Die Sorte ist vielseitig verwendbar: als guter Tafelapfel, Wirtschafts- und Backapfel, für Most und Saft (auch reinsortig) sowie als geschätzte Brennfrucht. In der Küche ist zu beachten, dass die Schnittflächen schnell bräunen.

Pomologisch zählt die Zabergäu Renette zu den Lederäpfeln. Die Früchte sind meist groß bis sehr groß (um 220 g), flach bis hochrund, teils flachkegelförmig und ebenmäßig, teils ungleichmäßig geformt; der unterschiedlich lange Stiel sitzt in einer weiten, tiefen Stielgrube. Die dicke, trockene, ledrige Schale ist meist vollständig mit reiner, feiner Berostung überzogen; die gelbgrüne Grundfarbe mit trüb-orangefarbener bis orangeroter, marmorierter Deckfarbe und feinen verwaschenen Streifen bleibt dadurch meist verborgen und wandert im Lager ins Gelbliche. Die Kelchhöhle ist trichterförmig, die Kelchblätter sind an der Basis häufig grün, die mittelgroßen bis großen Kerne rehbraun. Entstanden ist die Sorte 1885 als Zufallssämling in Hausen an der Zaber im Zabergäu (Kreis Heilbronn); 1926 wurde sie als 'Graue Renette vom Zabergau' öffentlich vorgestellt, heute ist sie überregional verbreitet, Patensorte des Kreises Heilbronn und wird im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt von zahlreichen Sortenerhaltern gepflegt. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortensteckbrief von 'Streuobst in Bayern' sowie dem Sortenblatt des Kompetenzzentrums Obstbau-Bodensee, ergänzt durch Wikipedia und das Projekt '1000 Obstbäume für die Frankenalb'.

Quellen: Zabergäu Renette – Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB Bavendorf) · Zabergäurenette – Wikipedia · Zabergäu Renette – 1000 Obstbäume für die Frankenalb · Zabergäu Renette (wurzelnackt) – Arboterra · Apfel 'Zabergäu Renette' – Bernds Baumschule

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Ehr warm & guter Boden. feiner säuerlicher Winterapfel relativ robust, guter Geschmack

#triploid

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.

Weitere OSM-Bäume 1

OSM-KnotenCultivar-TagKoordinaten
13910659355%!f(*float64=0xc0009decc8), %!f(*float64=0xc0009dedf0)

Bilder aus Wikipedia

File:Malus-Zabergäurenette.jpg
unbekannt · CC BY-SA 2.0 de · Commons
File:Apfelgalerie Zabergau-Renette.jpg
Weltalf · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:ApfelZabergäuRenette182.JPG
manfred.sause@volloeko.de · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Malus Zabergäurenette 4185.jpg
Sven Teschke · CC BY-SA 3.0 de · Commons
File:Cross section of Zabergau Renette, National Fruit Collection (acc. 1951-055).jpg
National Fruit Collection, Brogdale . · OGL 2 · Commons
File:Zabergau Renette on tree, National Fruit Collection (acc. 1951-055).jpg
National Fruit Collection, Brogdale . · OGL 2 · Commons
File:Zabergäu-Renette DSC00329.jpg
Trollfreie Zone · CC BY-SA 3.0 · Commons
File:Zabergäu Renette jm55119.jpg
joergens.mi · CC BY-SA 3.0 · Commons

Gefunden über das Wikidata-Objekt und die Wikipedia-Artikel. Die Bilder liegen bei Wikimedia Commons; Rechte und Bedingungen stehen auf der jeweiligen Dateiseite.