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Juffernbirne

Birne · Pyrus communis

Die Juffernbirne aus dem Rheinland, der Eifel und dem Saarland wird sehr alt und gilt als gesunde Streuobstsorte. Ihre Blüte setzt früh ein und ist robust, der Ertrag ebenfalls früh; die kleinen bis mittelgroßen Früchte eignen sich gut zum Dörren. Geerntet wird Anfang bis Mitte Oktober, gegessen von Anfang Oktober bis Ende Dezember. Pflegeintensiv ist sie allerdings: ohne Schnitt neigt die Sorte bei hohen Erträgen zu Kleinfrüchtigkeit.

Herkunft
Rheinland (Kreise Düren, Euskirchen, Aachen, Ahrweiler), Eifel (Mechernich), Saarland (St. Wendel)
Wüchsigkeit
mittel bis stark
Wuchsform
kugelig bis breitpyramidal
Gefährdung
vom Aussterben bedroht
Ernte
Anfang Oktober – Mitte Oktober (10A-10C)
Blüte
früh
Genussreife
Anfang Oktober – Ende Dezember (10A-12E)
Wikidata
Q140700901
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Wirtschaftsobst Mostobst Dörrobst

#gesund#langlebig

Synonyme: Rotbirne, Wendelsbirne

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum wächst anfangs stark, später mittelstark, mit kräftigen, schräg angesetzten Seitenästen, die ohne Schnitt etwas zum Verkahlen neigen; ohne dominierenden Mittelstamm bildet er eine nur mittelgroße, kugelige bis breitpyramidale Krone. Die Sorte ist eine typische Streuobstsorte und fällt durch ihre Baumgesundheit auf: Die Bäume stehen trotz hohen Alters und mangelnder Pflege sehr gesund; die Sorte ist relativ robust gegen Schorf und Obstbaumkrebs. Die Blüte zeitigt früh und scheint sehr robust gegen Witterungseinflüsse zu sein. Die Juffernbirne trägt reich und regelmäßig und wenig alternierend; bei fehlendem Schnitt neigt sie bei ihren hohen Erträgen zu Kleinfrüchtigkeit, gehört also zu den Sorten mit gewissem Pflegeaufwand durch Schnitt. Das kurzstielige Blatt ist nur mittelgroß, eiförmig oval, stumpf gespitzt und etwas trübgrün (nach Hans-Joachim Bannier, „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt!“, 2. Aufl. 2017, bzw. obstsortenerhalt.de).

Die Frucht ist klein bis mittelgroß; ihr Fruchtfleisch ist grünlich-weiß, reif beigeweiß, fest und mäßig saftig, der Geschmack süßlich mit geringem Aroma, die Schale hart und etwas herb — ein Wirtschaftsobst ohne Tafelqualität. Sie ist eine Wirtschaftsbirne zum Dörren (gute Dörrbirne); historisch wurden die gehälfteten Früchte auf Steinbacköfen gedörrt und als „Bunnesbirne“ (Eifel) bzw. „Birretabirne“ in Leinentüchern aufbewahrt und mit viel Wasser gekocht, oder die Frauen arbeiteten sie mit wenig Wasser zur „Birretapast“ und reichten sie wegen ihrer dunklen Farbe zum Bier- bzw. Ersatzkaffee. Die Erhaltung der Sorte könnte nach Bannier vor allem durch die Vermarktung von Dörrobstprodukten gesichert werden. Die Pflückreife liegt etwa Anfang bis Mitte Oktober; verwendbar bleiben die Früchte bis in den Dezember. Die Frucht ist fest und gut transportfähig; die Schale ist rau, teils samtig und trocken.

Pomologisch: Die Frucht ist stumpfkegelförmig, teils birnenförmig, kelchbauchig, zum Kelch hin gerundet und zum Stiel hin verjüngt, meist auf einer Seite schwach seitlich eingezogen und dadurch etwas ungleichhälftig; im Querschnitt fast rund. Die gesamte Frucht ist von einer feinen, olivgrünlichen, in der Reife später zimtbraunen Berostung überzogen; die Deckfarbe ist sonnenseitig dunkelrot bis braunrot, teils bei Berostung durchscheinend, auf bis zu 3/4 der Frucht (manchmal auch fehlend). Schalenpunkte mittelgroß, hell, besonders auf der Deckfarbe auffällig und sehr dicht (fast gegenseitig berührend). Kelchgrube ganz fehlend (mit aufsitzendem Kelch) oder flach; Kelch mittelgroß, offen bis halboffen, mit kurzen, graubraunen, teils hochstehenden, teils sternförmig nach außen liegenden Blättchen. Stielgrube meist fehlend (oder flach und eng), teils mit einem kleinen fleischigen Wulst, der den Stiel etwas zur Seite rückt; Stiel kurz (1,5–2 cm), mitteldick bis dick, zum Ende hin verdickt. Kernhaus mittelgroß, Kelchhöhle schüsselförmig und klein, Achse geschlossen oder nur ganz schmal geöffnet; Kerne lang (10 : 4–4,5 mm), dunkelbraun, oft sichelartig asymmetrisch mit langer feiner Spitze, teils auch taube Kerne. Verwechsler: Gute Graue, Volkmarser Birne, Palmischbirne, Madame Verte, Martinsbirne, Nägelesbirne. — Herkunft und Geschichte: Die Herkunft der im Rheinland in den Kreisen Düren, Euskirchen, Aachen und Ahrweiler noch im Streuobst anzutreffenden Sorte ist unbekannt; in der Eifel kommt sie insbesondere um Mechernich noch häufiger vor, fast immer auf sehr alten, oft über einhundertjährigen Bäumen. Sie ist allem Anschein nach identisch mit der im Saarland (insbesondere um St. Wendel) noch als Rotbirne oder Wendelsbirne bekannten Sorte. Im „Verzeichnis der in der Rheinprovinz für Großcultur empfehlenswerten Obstsorten“ von 1890 taucht der Name als Synonym für den einst überregional verbreiteten Trockenen Martin auf, ebenso nennen Goethe, Degenkolb und Mertens (1894) die Rotbirn aus St. Wendel als dessen Synonym; die heute so bezeichneten Früchte gehören jedoch allem Anschein nach nicht zum Trockenen Martin, sondern sind eine zwar äußerlich sehr ähnliche, aber eigenständige Sorte. Der Name „Juffern“ ist ein mundartlicher Ausdruck für alte Jungfer und zugleich die Bezeichnung der Eifler Matronen (römische Göttinnen mit wahrscheinlichen keltischen und germanischen Wurzeln), die zumeist mit Birnen auf dem Schoß abgebildet wurden und nach Eifeler Sagen die Obstwiesen bewachten. Mit veränderten Ernährungsgewohnheiten und der kaum noch praktizierten häuslichen Obstverarbeitung hat die Juffernbirne ihre Bedeutung verloren; ihre Früchte werden häufig nur noch als Viehfutter genutzt. Sie wird als gefährdete Regionalsorte eingestuft. Die Sortenbeschreibungen stammen von Hans-Joachim Bannier (2015/2017), veröffentlicht vom LVR-Netzwerk Umwelt/Kulturlandschaft mit den Biologischen Stationen im Rheinland.

Quellen: Juffernbirne – Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein) · H.-J. Bannier u. a.: Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland – neu entdeckt! 2. Aufl., Köln 2017 · Sortenschilder 2025: Birnen (LWG Bayern) · Deutsche Genbank Obst – Passport Juffernbirne · Biologische Stationen Rheinland / LVR – Obstsortenflyer Birnen

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-10-05). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Scheinbar identisch mit Trockener Martin. #langlebig , mittelstarker Wuchs

Ernte laut CP spät bis sehr spät.

In der Literatur

In Koblenz als "Martinsbirne" bekannt, sonst eher in der Nordeifel und im Rheinland verbreitet, gute Dörrbirne.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 2

BaumBongertPositionPflanzjahr
tuGxxsmSortenerhaltungskultur Bergheimer DreieckB172023
580Streuobstplantage RommelshardH102025