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    "beschreibung": "Rheinlands Ruhm wächst anfangs mittelstark, später eher schwach und bildet breitpyramidale, relativ kleine Kronen. Die Sorte eignet sich deshalb besonders für kleinere Baumformen in Haus und Kleingarten, wo sie als reich und sicher tragend empfohlen wird; im historischen Hochstammanbau hat sie wegen ihres schwachen Wuchses keine Rolle gespielt. Für eine Pflanzung als Hochstamm auf der Streuobstwiese wird ein Stammbildner als Zwischenveredlung empfohlen, zudem ist eine regelmäßige Schnittpflege erforderlich. Der Baum wächst recht gesund und ist robust gegen Schorf und Obstbaumkrebs; in der Literatur wurde vor allem seine robuste, kaum spätfrostgefährdete Blüte hervorgehoben. An den Standort stellt die Sorte wenig Ansprüche; nach den Biologischen Stationen im Rheinland sollten magere Böden und ausgesprochene Hochlagen gemieden werden, während die Deutsche Genbank Obst Anbau in höheren Lagen bis 400 m angibt. Nach naturadb gilt die Sorte als bis Klimazone 4 (rund −34 °C) winterhart. Der Ertrag setzt schon in der Jugend früh ein und fällt reich und sicher aus; bei sehr hohen Erträgen neigt die Sorte allerdings zur Kleinfrüchtigkeit. Als diploide Sorte ist Rheinlands Ruhm ein guter Befruchter für andere Apfelsorten.\n\nDie Früchte schmecken süßsäuerlich mit schwacher Würze und gelten als säuerlich erfrischender Tafelapfel, insgesamt jedoch als nicht hoch aromatisch. Das weiße, feste Fruchtfleisch hat mittleren Saftgehalt, bräunt nur gering und wird nach längerer Lagerung mürbe. Geerntet wird im Oktober, genussreif sind die Früchte bis etwa Februar, nach Angabe der Deutschen Genbank Obst bis in den April. Hauptverwendung ist der Frischverzehr als Tafelapfel, daneben kommen die Früchte als Wirtschaftsapfel in Betracht; ProSpecieRara führt die Sorte als Allzweckfrucht und nennt neben Rohgenuss auch Dörren und Garen als Eignungen.\n\nDie Frucht ist klein bis mittelgroß, regelmäßig geformt, hochgebaut kegelförmig und stiel- wie kelchseitig abgeflacht, im Querschnitt ziemlich rund. Die Grundfarbe ist zur Pflückreife weißlichgrün, zur Genussreife blass weißlichgelb bis hellgelb; auf der Hälfte bis drei Vierteln der Frucht zeigt sich eine blass rosarote bis leuchtend rote, marmoriert und verwaschen streifige Deckfarbe. Die glatte, glänzende Schale ist baumfrisch hell bereift; der Kelch ist mittelgroß bis groß und halboffen bis offen, der Stiel mittellang bis lang und dünn bis mitteldick, bei fein berosteter Stielgrube. Das Kernhaus ist klein. Entstanden ist die Sorte Anfang des 20. Jahrhunderts in Myhl bei Aachen (Kreis Heinsberg), wo ein Herr Wilms sie aus einem Kern der Goldparmäne zog; die Baumschule F. J. Krings in Millich brachte sie in den Handel. Erstmals erwähnt wurde sie 1913 in der „Rheinischen Monatsschrift für Obst-, Gemüse- und Gartenbau“, erstmals beschrieben 1914 in der „Deutschen Obstbau-Zeitung“; in den 1920er- und 1930er-Jahren vertrieben sie außer rheinischen Baumschulen auch die Baumschule Späth in Berlin/Ketzin, deren Katalog von 1920 hinter dem frühen Fruchtansatz eine Kreuzung mit dem Bismarckapfel vermutet. Großräumig hat sich die Sorte nie durchgesetzt und spielt seit dem Zweiten Weltkrieg im Anbau keine Rolle mehr; das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt stuft sie als stark gefährdete Regionalsorte ein, ihr Vorkommen im Rheinland galt 2013 als auf den Kreis Heinsberg beschränkt. In der Schweiz wird sie von ProSpecieRara erhalten, ehemaliges Verbreitungsgebiet dort war der Kanton Thurgau (östliches Mittelland). Neben Gloire du Rhin und Pomme Royate werden „Spitzfraurotacher“ und „Thurgauer Borsdorfer“ von ProSpecieRara als falsche Namen bezeichnet (die Deutsche Genbank Obst führt Thurgauer Borsdorfer hingegen als Synonym). Als Verwechslerin gilt die Rheinische Schafsnase; Schaal nahm die Sorte 1933 in „Die wertvollsten Apfel- und Birnensorten“ mit Beschreibung und Farbabbildung auf. Die Beschreibung beruht vor allem auf dem Sortenporträt von Hans-Joachim Bannier (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt bzw. Pomologen-Verein) und dem Flyer der Biologischen Stationen im Rheinland (LVR), ergänzt um Deutsche Genbank Obst und ProSpecieRara.",
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