Apfel · Malus domestica
Der Vaterapfel ist ein alter Wirtschaftsapfel aus dem Gebiet zwischen Naumburg und Kaufungen südlich von Kassel, der bereits 1794 beschrieben wurde. Er ist säurearm und aromatisch gewürzt, eignet sich als Süßapfel zum Rohverzehr und ist für Most zu flach. Der Baum wächst von Anfang an stark und bleibt gesund, weshalb die Sorte vor allem für Hochstämme auf Obstwiesen vorgesehen ist. Geerntet wird von Anfang bis Ende Oktober; gelagert hält sich die Frucht bis Ende Januar.
Tafelobst Wirtschaftsobst
Synonyme: Vaterapfel ohne Kern
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Der Baum des Vaterapfels wächst nach Angaben der Landesgruppe Hessen des Pomologen-Vereins gut und gesund und stellt keine großen Ansprüche an Boden und Klima; er gilt damit als unproblematische Streuobstsorte. Der Wuchs ist von Anfang an stark und lässt auch später nicht nach, die Krone wird breit pyramidal. Die Sorte wird als sehr robust beschrieben, weder frost- noch krankheitsanfällig, mit offenbar guter Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten wie Schorf und Obstbaumkrebs; Blattläuse und Mehltau können gelegentlich auftreten. Die Blüte erfolgt mittelfrüh. Zu Endgröße, Lebensdauer, Befruchtungsverhältnissen und zum Ertragsverlauf (Ertragseintritt, Regelmäßigkeit oder Alternanz) liegen in den greifbaren Quellen keine Angaben vor; die Vorstellung als Streuobst-Lokalsorte und die Abgabe von Edelreisern über das Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt zeigen aber, dass die Sorte für Hochstämme auf Obstwiesen vorgesehen ist.
Geschmacklich ist der Vaterapfel säurearm und aromatisch gewürzt; das Fruchtfleisch ist zunächst mittelfest, wird jedoch bald mürbe, und auf ungünstigen Standorten leidet das Aroma. Er gilt als guter Wirtschaftsapfel, der auch für den Rohverzehr taugt. Die Ernte fällt in den Oktober, es handelt sich also um einen Herbstapfel; die Haltbarkeit reicht nur etwa bis Januar, dann sind die Früchte bereits mürbe. Wegen der geringen Säure ergibt die Sorte allein keinen brauchbaren Saft, im Verschnitt mit passenden, säurereicheren Sorten ist sie dafür aber verwendbar.
Die Frucht ist mittelgroß, ungleichhälftig, rundlich bis hochgebaut, kelchseitig bauchig und mittelstark gerippt; die Schale ist gelb bzw. blassgelb mit rosa Deckfarbe. Der Vaterapfel ist eine hessische Lokalsorte aus dem Gebiet südlich und südwestlich von Kassel, zwischen Naumburg und Kaufungen; wiederentdeckt wurde er um 2010 in Holzhausen am Hahn, wo er möglicherweise auch entstanden ist, sowie an Einzelstandorten in Nordhessen – dort ist der Sortenname noch bekannt, was auf eine frühere lokale Vermehrung hindeutet. Eine pomologische Beschreibung der Sorte gibt es nach Angaben des Pomologen-Vereins nicht; überliefert sind eine Erwähnung 1942 im Amtsblatt der Regierung in Kassel bzw. in einem Sortenverzeichnis der Provinz Hessen-Nassau und – nach dem Wikipedia-Artikel – eine erste Nennung 1794 bei Johann Ludwig Christ (Handbuch über die Obstbaumzucht und Obstlehre, S. 431). 2014 wurde der Vaterapfel zur „Hessischen Lokalsorte des Jahres“ gewählt; seither ziehen kooperierende Baumschulen Jungbäume an, und im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt liegen zwei Akzessionen (A-10322, A-6621) mit Reiserabgabe. Grundlage dieser Beschreibung sind die Angaben der Landesgruppe Hessen des Pomologen-Vereins (Faltblatt/Archiv, S. Kahl) und der Wikipedia-Artikel; die unter dem ähnlichen Namen „Vaterapfel ohne Kern“ bei Engelbrecht (1889) geführte Wintersorte ist hier nicht berücksichtigt, da keine Quelle die Identität beider Sorten belegt.
Quellen: Vaterapfel – Wikipedia · Archiv Obstsorte des Jahres – Hessische Lokalsorte 2014 „Vaterapfel“ · Faltblatt Hessische Lokalsorte des Jahres 2014 (Vaterapfel), Pomologen-Verein LG Hessen · Akzessionen (A-10322 Vaterapfel) · Akzessionen (A-6621 Vaterapfel) · LG Hessen · S. Kahl / R. Scheibel: Erhaltenswerte Obstsorten für Hessen (Datenblatt/Leseprobe) · Reiserabgabe Vaterapfel und Lippoldsberger Tiefenblüte · Vaterapfel Ohne Kern – BUND-Lemgo Obstsortendatenbank · Apfel 'Vaterapfel' – NaturaDB · Apfelbaum Vaterapfel – Biobaumversand (Shop) · DeWiki > Vaterapfel
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-08). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Große, gesunde Bäume.
Zum Teil wird ein "Vaterapfel ohne Kern" erwähnt: "Guter Tafelapfel mit sehr weichem, lockerem Fruchtfleisch, vor allem im Raum Koblenz und im unteren Lahntal noch vorkommend."
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| 076 | Streuobstplantage Spechtsberg | N06 | 2024 |
| 353 |