Birne · Pyrus communis
Synonyme: Ananas de Courtray
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Der Baum wächst allenfalls mittelstark, kommt schnell in den Ertrag und erschöpft sich nach Jens Meyer aber auch schnell, weshalb er regelmäßig verjüngt werden muss. Aufgrund des nur mittelstarken Wuchses eignet sich die Sorte eher für den Hausgarten und für Sammlungen auf mittelstarker Unterlage als für den Hochstamm. Sie ist mäßig anfällig für Frucht- und Blattschorf und mittelmäßig anfällig für Birnengitterrost. Die Blüte ist mittelfrüh bis mittelspät mit 7–8 Blüten pro Blütenstand. In der historischen Beschreibung nach Oberdiecks Illustrirtem Handbuch wird der Baum als gesund, gut wachsend, sehr fruchtbar und nicht empfindlich geschildert; er gedeiht auch in leichtem Sandboden und wurde für Pyramiden und Guirlanden (Spalierformen) empfohlen.
Die Frucht ist eine frühe Tafelbirne. Das Fleisch ist schmelzend bis halbschmelzend, süß; nach der zeitgenössischen Schilderung von zimmtartig gewürztem, durch feine Säure gehobenen süßen Geschmack. Nach der modernen Beschreibung fehlt ihr allerdings ein besonderes Aroma. Die Pflückreife liegt Ende August bis Anfang September; die Genussreife reicht bis Anfang/Mitte September. Die Frucht muss sorgfältig zur rechten Zeit abgenommen werden, weil sie sonst leicht mehlig wird; man nimmt sie nach und nach ab und lässt sie an einem kühlen Ort 5–6 Tage nachreifen – so verlängerte man in Courtray den Genuss bereits ab Anfang August durch schrittweises Brechen der größten Früchte.
Die Frucht ist mittelgroß bis groß, breit, kreiselförmig bis birnförmig, dickbauchig, etwas beulig und zum Stiel deutlich eingezogen. Der 30–40 mm lange, kräftige, hellbraune Stiel ist an der Basis typisch fleischig verdickt, sodass man einen Fingernagel zwischen Stiel und Frucht schieben kann; er sitzt ziemlich oben auf. Kelchgrube eng und flach, Kelch halboffen bis offen. Die dünne, glatte Schale ist grünlich und hellt nach zitronengelb auf; eine vorhandene Deckfarbe ist bräunlichrot gehaucht, Lentizellen fein und auffällig. Das gelblichweiße Fleisch ist sehr fein, saftreich, auch in nassen Jahren steinfrei. Verwechslungsgefahr besteht mit der Schmelzenden aus Thirriot, die einen ähnlichen Stiel hat, aber vier Wochen später reift. Die Sorte wurde von einem Herrn Six in der Umgebung von Kortrijk (Belgien) gefunden; wegen dortiger Stämme mit über einem Meter Umfang schloss Bivort 1853, dass sie bereits Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden sein müsse. Sie wurde erstmals 1853 von Bivort beschrieben und 1866 im Illustrirten Handbuch aufgeführt, tauchte aber in deutschen Baumschulkatalogen nicht auf. Heute ist sie vom Aussterben bedroht, Altbäume sind nicht bekannt; sie steht nur in wenigen Sammlungen (u. a. Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt des Pomologen-Vereins). Die Beschreibung beruht auf dem Sortenporträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt (Jens Meyer, 2024) sowie den historischen Texten von Illustrirtem Handbuch (1866) und der WUR-Speccol-Sammlung.
Quellen: Ananasbirne aus Courtray · Sortenschilder 2025: Birnen (LWG Bayern) · Ananasbirne von Courtray – Illustrirtes Handbuch Nr. 456 (Obstsortendatenbank, Textquelle)
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (z-ai/glm-5.3-flash + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-09-01). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.