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Gravensteiner

Apfel · Malus domestica

Der Gravensteiner, ein seit 1760 bekannter Apfel, kann über 200 Jahre alt werden und erreicht dann eine beträchtliche Größe mit breit ausladender Krone. Die Ernte fällt Ende August, die Genussreife reicht von September bis Oktober. Die Sorte ist jedoch windempfindlich und neigt zu vorzeitigem Fruchtfall, zudem ist sie anspruchsvoll im Standort und anfällig für Mehltau.

Herkunft
Gravenstein (Nordschleswig)
Seit
1760
Wüchsigkeit
stark
Wuchsform
breit, hoch gewölbt, ausladend
Gefährdung
Standardsorte
Ernte
Mitte August – Anfang September (08C-09A)
Blüte
früh
Genussreife
Anfang September – Ende Oktober (09A-10E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

#langlebig#stammbildner#unterlage

Synonyme: Alter Gravensteiner, Blumenkalvill, Diels Sommerkönig, Grafensteiner, Marbapfel, Paradiesapfel, Sommerkalvill, Sommerkönig, Stroemling

Web-Suche: Wikipedia · Ecosia · DuckDuckGo · Mojeek

Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Gravensteiner wächst stark bis sehr stark und bildet eine breite, hoch gewölbte, ausladende Krone von lichter Struktur. Ausgewachsen wird er zu einem mächtigen, landschaftsprägenden Baum. Die Leitäste stehen steil aufrecht und sind mäßig verzweigt; die Verzweigungstendenz ist gering, sodass das Kroneninnere zur Verkahlung neigt. Der Baum braucht intensive Pflege: wuchshemmende Maßnahmen durch jährlichen Schnitt nach der Blüte sowie Sommerschnitt sind ratsam, ebenso Herunterbinden zur Förderung der Kurztriebbildung. Der Gravensteiner ist stark anfällig für Schorf und Mehltau, zudem anfällig für Obstbaumkrebs, Stippe, Apfelwickler und verschiedene Virosen; gegenüber kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln ist er empfindlich. Die Feuerbrandgefährdung wird als mittelstark eingestuft. Er verlangt beste, tiefgründige, feuchte Böden und geschützte Lagen; ein maritimes Klima mit hoher Luftfeuchte ist ideal, doch ist die klimatische Anbaubreite insgesamt groß, sofern die Wasserversorgung gesichert ist. Die Sorte ist frostempfindlich – sowohl das Holz als auch die frühe, lang anhaltende Blüte sind spätfrostgefährdet. Der Ertrag setzt spät ein, bleibt unregelmäßig und neigt deutlich zur Alternanz; an günstigen Standorten sind die Erträge mittel bis gut. Die Früchte sind nicht windfest: Wegen der kurzen Stiele und des hohen Fruchtgewichts drücken sie sich gegenseitig ab, der Vorerntefruchtfall ist erheblich (Fallobstanteil 20–40 %), daher ist eine folgernde, mehrfache Ernte nötig. Der Gravensteiner ist triploid und als Pollenspender ungeeignet. Er gilt als typische Streuobstsorte und wird vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW ausdrücklich für Streuobstpflanzungen empfohlen.

Der Geschmack ist edelaromatisch, feinfruchtig und fein weinig mit einem ausgeglichenen Zucker-Säure-Verhältnis; das Fruchtfleisch ist sehr saftig. Der Gravensteiner ist ein universeller Apfel: Tafelobst, sehr gute Brennfrucht, und er liefert große Mengen geschätzten Saft für Most und Cidre; auch zum Backen und für Apfelmus ist er geeignet. Die Pflückreife liegt je nach Standort zwischen Ende August und Mitte September; der Apfel ist direkt vom Baum essbar. Die Genussreife reicht vom Pflücken bis in den November, die Lagerfähigkeit beträgt etwa vier bis sechs Wochen (im Kühllager bis November, unter CA-Bedingungen bis zu sechs Monate).

Die Früchte sind mittelgroß bis groß (um 130 g), unregelmäßig rundlich-kantig geformt, meist höher als breit, mit deutlich hervortretenden Rippen und Wölbungen. Die glatte, fettig glänzende Schale duftet stark; die Grundfarbe ist zunächst gelbgrün und wird später gelb, auf der Sonnenseite karminrot geflammt und gestreift. Das Fruchtfleisch ist cremefarben bis hellgelb, mürbe und saftig. Der Stiel ist kurz und flach eingesetzt. Der Gravensteiner stammt vermutlich aus dem Raum Gravenstein in Nordschleswig und ist mindestens seit 1669 bekannt; die erste pomologische Beschreibung erfolgte 1788 durch Hirschfeld. Heute ist die Sorte weltweit verbreitet, hat ihre kommerzielle Bedeutung aber stark eingebüßt und wird vor allem als Liebhabersorte geschätzt.

Nach H.-J. Bannier / Rolf Meyer (Bergischer Streuobstwiesenverein), BOGL Baden-Württemberg, Landkreis Donau-Ries, Deutscher Genbank Obst, Wikipedia sowie der historischen Beschreibung der WUR Wageningen.

Quellen: Gravensteiner – Bergischer Streuobstwiesenverein · Gravensteiner – Wikipedia · Gravensteiner – Deutsche Genbank Obst (Passport) · Gravensteiner – BOGL Baden-Württemberg · Gravensteiner – Landkreis Donau-Ries (LEADER-Projekt Obstsortenkartierung) · Gravensteiner – WUR Special Collections (Fruitteelt) · Gravensteiner – obstsortendatenbank.de (BUND Lemgo) · Historie zur Apfelsorte Gravensteiner (Sickler) – BUND Lemgo

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-17). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

#unterlage #stammbildner

Super #langlebig , kann über 200 Jahre alt werden.

Auch Grafensteiner genannt. Was anderes, als Roter Gravensteiner. Je gelber, je leckerer. Lecker, wenn es bei leichtem Schütteln abfällt. Jürgen hat einen Original Edelreis.

Eigene Beobachtungen

Angeblich steht der 200 Jahre alte Urbaum in Dänemark im Wald.

Schiebt sehr früh die Blüten.

In der Literatur

Ende August reifender, hervorragender Tafelapfel. Das Fruchtfleisch ist saftig süß und knackig mit feiner Säure. Wie alle frühen Sorten nur kurz haltbar aber vom Geschmack nach wie vor einer der Besten. Der geeignete Standort muss bedacht werden (Carina Pfeffer)

Der Baum fällt durch kräftigen Wuchs auf. Dieser hält bis ins Alter an. Die Leitäste allerdings setzen flach an. Im Kroneninnern kann eine leichte Verkahlung auftreten. Die Kronen von Hochstämmen sind breit ausladend und groß. Ohne weitere Pflege hat der Baum fast ausschließlich Langtriebe, durch Pflegemaßnahmen wie Sommerschnitt und Binden können auch Kurztriebe hervorgerufen werden. Die Rinde des Baums ist auffallend grünlich-braun gefärbt.1(https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gravensteiner#cite_note-:0-1) Der Baum kann bis zu 100 Jahre alt werden;6(https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gravensteiner#cite_note-:7-6) einzelne bis zu 200 Jahre alte Exemplare wurden festgestellt. Die Früchte wachsen an einjährigen Kurztrieben, einjährigen Langtrieben, die mehr als 25 Zentimeter lang sind und an zweijährigen Langtrieben. Etwa die Hälfte der Früchte wächst dabei an den zweijährigen Langtrieben.1(https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gravensteiner#cite_note-:0-1) der Ertrag ist unregelmäßig und gering bis mittel.1(https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gravensteiner#cite_note-:0-1) Durch die kurzen Stiele fallen die Äpfel oft zu Boden, bevor sie voll ausgereift sind, so dass im kommerziellen Anbau etwa 40 % der Äpfel nicht vom Baum geerntet, sondern vom Boden aufgelesen werden. Erschwerend für den kommerziellen Anbau kommt hinzu, dass die Reife zeitlich unregelmäßig erfolgt, so dass mehrere Pflückdurchgänge notwendig sind.23(https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gravensteiner#cite_note-23) Die Pflückreife ist von Ende August bis Mitte September. (Wikipedia)

BUND Lemgo

Die vermutlich aus Italien stammende Sorte Gravensteiner gehört zu den in ganz Europa verbreiten Apfelsorten. Sie wird bei fast allen Pomologen beschrieben. Eine erste Beschreibung mit farbiger Abbildung gibt es bei Sickler im Jahr 1804.

Download Bericht Sickler

In Deutschlands Obstsorten (s. Abb.rechts) wurde er ebenso aufgenommen.

Im Laufe der Jahre entstanden viele Abarten, u.a. Roter Gravensteiner, Gravensteiner aus Arreskop, Gravensteiner aus Gundestrup, Gravensteiner aus Taarnborg, Naundorfer Gravensteiner usw.

Historie

1890 veröffentlichte der Handelsgärtner A. D. Livoni einen Bericht "Über den Gravensteiner Apfel" wie er aus Italien zu Beginn des 18ten Jahrhunderts nach Dänemark in den Garten des Schlosses Gravenstein gekommen ist. Er wurde zunächst Grevens Aeble (des Grafen Apfel) genannt. 1933 wurde der Bericht von Livoni noch einmal in der Nordschlesischen Zeitung veröffentlicht.

Download Bericht Nordschlesische Zeitung

In der Obstsortendatenbank gibt es zur Sorte weitere Abbildungen und Beschreibungen

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 3

BaumBongertPositionPflanzjahr
LZ41zFPObst-Arboreum Gut Leidenhausen
037Streuobstplantage GartenfeldJ112023
614Streuobstplantage RommelshardB072026

Weitere OSM-Bäume 5

OSM-KnotenCultivar-TagKoordinaten
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