Apfel · Malus domestica
Ribston Pepping ist eine alte Apfelsorte aus England, die seit etwa 1750 bekannt ist. Sie wird für ihren hervorragenden Geschmack geschätzt und gilt als relativ robust. Geerntet wird sie von Ende September bis Anfang Oktober, genussreif ist die Frucht nach einer Lagerung ab Anfang Oktober bis Ende Dezember. Der Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW empfiehlt sie als Anbausorte für Streuobstwiesen.
Tafelobst Wirtschaftsobst Mostobst
Synonyme: Englische Granatrenette, Glory of York, Goldrabau, Ribston Pippin, Travers Renette
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Der Baum wächst mittelstark bis stark, oft mit schrägem Stamm, und bildet eine große, schon in der Jugend breite Krone mit überhängenden Zweigen; sein kräftiges Wachstum behält er bis ins Vollertrags- und hohe Alter, selbst auf der schwächsten Zwergunterlage wächst er stark, weshalb er stets weit genug gepflanzt werden muss. Für alle Erziehungsformen geeignet, ist er für Formobst und Buschkultur besonders geeignet und wird vom Koordinierungsausschuss Obstwiesenschutz NRW als Streuobst-Anbausorte empfohlen; die Anbaueignung für Streuobstwiese und Garten ist gegeben. Die Sorte ist sehr wählerisch im Boden: Sie verlangt einen tiefgründigen, nährstoffreichen, milden, etwas feuchten Boden und feuchte Luft bei freier Lage; auf schwerem nassem Boden bekommt der Baum leicht Obstbaumkrebs, auf leichtem trockenem Boden wächst er kaum oder bringt nur kümmerliche Früchte. Sie ist eher für kühlere Lagen geeignet und kommt auf durchlässigen, nährstoffreichen Böden bis in mittlere Lagen zurecht; bevorzugt wird Küstenklima mit hoher Luftfeuchtigkeit und milden Wintern. Gegen Schorf gilt sie als robust, anfällig ist sie für echten Mehltau (besonders in Weinbaulagen), Blutlaus und in manchen Jahren für Stippe der Früchte; für Feuerbrand wird eine mittelstarke Anfälligkeit angegeben. Die mittelfrüh (April–Mai) erscheinende, lange anhaltende Blüte ist unempfindlich. Als triploide Sorte ist sie ein schlechter Pollenspender und benötigt diploide Befruchter, etwa Goldparmäne, Berner Rosenapfel oder Cox' Orangenrenette. Der Ertrag setzt sehr früh ein und fällt regelmäßig, aber nicht hoch aus – kein Massenträger; der Baum wirft viele Früchte vorzeitig ab (Vorerntefruchtfall), und bei reicherem Ansatz entstehen oft viele Früchte zweiter und dritter Güte. Leitäste und Fruchtholz sind lang zu schneiden, laut Mühl soll der Schnitt erst nach der Blüte erfolgen. Sonst ist der Baum windfest und kann alt werden; die Frosthärte des Holzes wird unterschiedlich beurteilt (Angaben reichen von frosthart bis −28 °C bis „nicht immer frosthart").
Das gelbweiße, feine Fruchtfleisch ist zunächst fest und saftreich, wird am Lager aber rasch mürbe, weniger saftig und welkt leicht. Geschmacklich prägt ein edles, weiniges Muskatelleraroma; die Verkostung bei Bannier/Meyer beschreibt einen süßen, Cox-ähnlichen Geschmack mit weniger Säure und bewertet ihn mit Note 1–2 („besondere Qualität +"), das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee als edelaromatisch, süß und würzig, dem 'Cox Orange' ähnlich. Die Pflückreife beginnt Ende September bis Anfang Oktober, nach anderen Angaben erst Mitte bis Ende Oktober; genussreif wird die Frucht ab November und hält je nach Quelle nur rund zwei Monate oder kühl gelagert bis Februar/März. Hauptverwendung ist die Tafel, daneben gilt sie als guter Wirtschaftsapfel und Mostsorte; zum Backen ist sie sehr gut, zum Mosten gut geeignet, und für Apfelwein wird ein knochentrockener, zitroniger, Zucker und Säure betonender Most genannt.
Die Frucht ist mittelgroß (etwa 70 mm hoch und breit) und fast kugelförmig; die glatte, trockene (nicht fettige) Schale ist vom Baum grüngelb und später goldgelb, mit karmesin- bis dunkelroter, gestreifter und verwaschener Deckfarbe sowie Rostanflügen um Kelch und Stiel. Der Kelch ist klein, geschlossen und bräunlich-wollig, der holzige, mittelstarke Stiel ragt kaum aus der tiefen, weiten, leicht berosteten Stielhöhle hervor; die braunen Samen sind teilweise unvollkommen bzw. taub. Einjährige Zweige und dicke Blütenknospen sind wollig behaart – ein gutes Kennzeichen der Sorte im unbelaubten Zustand. Ribston Pepping gehört zu den Goldrenetten und entstand als Zufallssämling auf den Ländereien von Schloss Ribston bei Knaresborough (Yorkshire); die Sorte ist seit 1708 bekannt, angeblich aus einem von drei Apfelkernen aus der Normandie, während molekulargenetische Analysen Muskatrenette und Nonsuch Park als Eltern identifizierten. Schon 1750 war sie in England verbreitet; Synonyme sind u. a. Ribston Pippin, Englische Granatrenette, Goldrabau, Travers Renette und Glory of York. Als Muttersorte des 'Cox Orange' ist sie Ausgangspunkt zahlreicher weiterer Sorten wie Holsteiner Cox, Alkmene oder Rubinette. Ausführliche historische Beschreibungen finden sich u. a. in der Gartenzeitschrift „Nach der Arbeit" (Obsttafel Nr. 260, 1935–1956); diese Darstellung beruht vor allem auf dem Sortenporträt von H.J. Bannier/Rolf Meyer, dem Datenblatt des Kompetenzzentrums Obstbau-Bodensee und der historischen Beschreibung.
Quellen: Ribston Pepping – Bergischer Streuobstwiesenverein · Ribston Pepping – Detail, Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB Bavendorf) · Ribston Pepping – Obsttafel Nr. 260, Gartenzeitschrift „Nach der Arbeit" (1935–1956) · Ribston Pepping – Wikipedia · Ribston Pepping – 1000 Obstbäume für die Frankenalb · Apfel 'Ribston Pepping' – NaturaDB · Ribston Pepping / Pippin Apfel kaufen – suedflora.de · Ribston Pepping historischer Apfel Hochstamm – grüner-garten-shop.de · Bio Apfelbaum Ribston Pepping – biobaumversand.de
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
#Suchliste Relativ robust, hervorragender Geschmack.
Einer der Besten Äpfel überhaupt (AW)
Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.
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