obstdoc — Rote Dattelzwetsche

Rote Dattelzwetsche

Zwetsche · Prunus domestica

Herkunft
Ungarn oder Türkei (Dattelzwetschgen-Gruppe)
Gefährdung
in Baumschulen erhältlich
Genussreife
Anfang September (09A)
Wikidata
Q140700914
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst Brennobst

Synonyme: Heselwanger Zwetschge, Lange Zwetschge

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Die Rote Dattelzwetschge wird als eigene Ausprägung neben der Violetten innerhalb der Dattelzwetschgen geführt. Für die Dattelzwetschgen wird ein rascher Wuchs berichtet; der Baum wird groß und ist robust, weshalb die Sortengruppe sich für den Streuobstanbau eignet. Häufig werden Dattelzwetschgen wurzelecht vermehrt; solche Exemplare bilden zahlreiche Ausläufer, aus denen ganze Zwetschgenhecken entstehen können. Nach Angabe einer Biobaumschule, die die Rote anbietet, gedeiht sie in Flachland, Mittelgebirge und Extremlagen auf lehmigen, normalen bis sandigen Böden und gilt als guter Befruchter.

Geschmacklich gelten die Dattelzwetschgen als angenehm und „süßweinig“, der Zuckergehalt liegt bei etwa 16 % (60–70 Grad Öchsle); eine Baumschulangabe nennt für die Rote selbst einen süß-aromatischen Geschmack. Die Früchte dienen dem Frischverzehr als Tafelobst, eignen sich aber auch zur Bereitung von Mus und zum Brennen. Für den gewerblichen Anbau sind sie kaum geeignet: Die kleinen Früchte sind zu klein für den Handel und nicht lagerfähig. Die Genussreife der Roten gibt eine Baumschule mit „ab September“ an; nach Wikipedia unterscheidet sie sich in der Reifezeit von der Violetten Dattelzwetschge, während die meisten Dattelzwetschgen bereits Anfang bis Mitte August reifen.

Pomologisch gehört die Rote Dattelzwetschge zu den Halbzwetschen (Prunus domestica subsp. intermedia var. culinaria); für diese Varietät werden flaschen- bis birnenförmige, große Früchte mit einem netzartig gerippten oder glatten Steinkern beschrieben. Innerhalb der Gruppe tragen die Dattelzwetschgen kleine bis mittelgroße, sehr längliche, gegen beide Enden stark zugespitzte und säbelartig gebogene Früchte; das Fruchtfleisch ist grünlich-gelb und fest und löst sich meist gut vom Stein, die violettrote Schale ist stark beduftet. Von der Violetten Dattelzwetschge gleicher Form unterscheidet sich die Rote etwas durch Fruchtfarbe und Reifezeit. Die Dattelzwetschge ist heute noch im Kreis Tübingen und im Zollernalbkreis verbreitet; die Rote selbst kommt in Heselwangen (Stadt Balingen), wo man sie „Lange Zwetschge“ beziehungsweise „Heselwanger Zwetschge“ nennt, noch häufig vor, während ihr Bestand im größten Teil Baden-Württembergs stark zurückgegangen ist. Erstmals beschrieben und abgebildet wurden die Dattelzwetschgen 1776 von Johann Prokop Mayer in der Pomona Franconica; als Herkunft gilt Ungarn oder die Türkei. Der Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg ernannte die Dattelzwetschge 2003 zur Streuobstsorte des Jahres. Eine eigene historische Beschreibung der Roten findet sich bei Lucas und Oberdieck, Illustriertes Handbuch der Obstkunde (Stuttgart 1859–1875), worauf die Sortenseite der BUND-Lemgo-Obstsortendatenbank verweist. Die Beschreibung beruht im Übrigen auf Wikipedia (Artikel „Dattelzwetschge“ und „Halbzwetsche“), der LOGL-Infotafel zur Streuobstsorte des Jahres 2003 und knappen Baumschulangaben.

Quellen: Rote Dattelzwetsche – Obstsortendatenbank (BUND Lemgo) · Halbzwetsche – Wikipedia · Infotafel Streuobstsorte des Jahres 2003: Dattelzwetsche (LOGL Baden-Württemberg) · Zwetsche Rote Dattelzwetsche – Biobaumversand (Bioland Baumschule Pflanzlust) · Dattelpflaume / Violette Dattelzwetsche – suedflora

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 1

BaumBongertPositionPflanzjahr
545Streuobstplantage RommelshardG042025