obstdoc — Oberdiecks Renette

Oberdiecks Renette

Apfel · Malus domestica

Herkunft
Garten bei Cannstatt, Württemberg (Deutschland)
Seit
1866
Wüchsigkeit
stark
Ernte
Mitte Oktober (10C-10C)
Genussreife
Anfang November – Ende März (11A-03E)
MaiJunJulAugSepOktNovDezJanFebMärApr
Ernte Genussreife

Tafelobst Wirtschaftsobst

#stammbildner

Synonyme: Oberdieck's-Reinette, Reinette Oberdieck, Reinette d'Oberdieck

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Zusammenfassung der verfügbaren Literatur

Der Baum wächst kräftig und bildet dichte, große, hochrunde Kronen — das ARCHE-NOAH-Sortenblatt von Roland Gaber nennt starken Wuchs, das Porträt des Erhalternetzwerks Obstsortenvielfalt mittelstarken Wuchs mit guter Verzweigung. Im Schnitt lässt er sich nach Gaber unproblematisch führen; die historische Beschreibung rühmt, dass sich daraus eine schöne Pyramide ziehen ließ und an Pyramiden und Horizontal-Cordons besonders große, schöne Früchte wuchsen. Der Ertrag stellt sich mittelfrüh ein (nach anderer Angabe früh), ist hoch und regelmäßig; der Baum gilt als sehr tragbar. Die Blüte öffnet mittelfrüh bis spät; zur Rolle als Pollenspender macht die Quelle selbst keine Angabe. Verlangt wird ein durchlässiger, guter Apfelboden; für alle Lagen geeignet ist die Sorte laut Gaber nur in windoffener Lage, weil sie stark schorfanfällig ist. Je nach Lage kommen Mehltau- und Krebsanfälligkeit hinzu, und in feuchten Jahren reißt die Schale, woraus moniliaartige Fruchtfäube folgen können. Historische Texte bewerten den Baum gegenteilig als „nicht empfindlich“ und für jeden Boden passend — die aktuellen Beobachtungen zeigen deutlich höheren Krankheitsdruck, weshalb Gaber die Sorte für Neupflanzungen nur eingeschränkt empfiehlt. Das Erhalternetzwerk sieht sie trotzdem gleichermaßen für Streuobst und Hausgarten geeignet.

Geerntet wird Mitte Oktober; die Früchte sind von November bis März genussreif und lagerfähig. Das gelblichweiße, feinzellige Fleisch ist fest, knackig und saftig und wird erst später mürbe; es schmeckt angenehm süßsäuerlich und aromatisch gewürzt, älteren Beschreibungen zufolge mit schwach quittenartiger Würze und süßweinem Geschmack. Die Sorte gilt als reichtragender Winter-Tafelapfel für Liebhaber des Altsortengeschmacks, wird von der Deutschen Genbank Obst aber auch als Wirtschaftsapfel geführt.

Die Frucht ist mittelgroß und flachkugelig bis kugelig gebaut (im Mittel rund 68 mm breit und 54 mm hoch); nach der Beschreibung des Erhalternetzwerks sind die Hälften oft ungleich stark entwickelt. Die trockene, matt glänzende Schale ist grundfarbig trüb grün und hellt nach Gelb auf; eine Deckfarbe zeigt sich nur ansatzweise als verwaschen orangeroter bis trüb braunorangener Hauch. Sehr auffällig sind zahlreiche, teils sternförmige Lentizellen beziehungsweise Roststerne sowie der typische Strichrost um den Kelch, an dem sich die Sorte leicht von anderen unterscheiden lässt; der große offene Kelch sitzt in einer sortentypisch sehr weiten, tiefen Kelchgrube, der kurze Stiel ragt kaum über die Stielgrube hinaus. Als Verwechsler nennt das Erhalternetzwerk den Angelner Borsdorfer, der flacher gebaut ist und weniger auffällige Lentizellen hat. Eduard Lucas fand die Sorte um 1850 in einem Garten bei Cannstatt (Bad Cannstatt bei Stuttgart) als Sämling auf einem unveredelten Kernstamm und benannte sie nach dem Pomologen Johann Georg Conrad Oberdieck; bereits 1866 erschien eine Erwähnung in Lucas' Illustrirten Monatsheften, 1871 stellte er sie unter „Die besten Tafeläpfel“, die Erstbeschreibung mit Abbildung folgte 1875 im Illustrirten Handbuch der Obstkunde. Nach Passdaten der Deutschen Genbank Obst wurde sie im 19. Jahrhundert auch in Kärnten und Böhmen angebaut. Heute findet sie sich nur selten in der Landschaft, in Österreich ist sie selten, in Deutschland noch öfter anzutreffen; erhalten wird sie vor allem in Sortensammlungen, und das Erhalternetzwerk stuft sie als vom Aussterben bedroht ein. Die Darstellung stützt sich vor allem auf das Sortenblatt von Roland Gaber (ARCHE NOAH), das Porträt im Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt (Pomologen-Verein) und die historische Beschreibung in der Obstsammlung der Universität Wageningen.

Quellen: Oberdiecks Renette · ARCHE NOAH Sortenblatt: Oberdiecks Renette (Beschreibung Roland Gaber) · Oberdieck's-Reinette – Fruitteelt-Sammlung, Wageningen University (Speccol) · Deutsche Genbank Obst – Passport Oberdiecks Renette · Lucas, Eduard: Auswahl wertvoller Obstsorten, Bd. 1 – Die besten Tafeläpfel (Stuttgart 1871)

Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (anthropic/claude-opus-5 + anthropic/claude-haiku-4-5, 2026-08-24). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.

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Weblinks

Dokumentierte Bäume (treedoc) 0

Noch kein dokumentierter Baum dieser Sorte.