Apfel · Malus domestica
Der Mautapfel ist ein alter Apfel aus Neuwied, der seit 1790 bekannt ist. Er wächst stark, bildet eine breit ausladende Krone, die etwas breiter wird als beim Bohnapfel, und gilt als sehr frosthart, gesund und anspruchslos. Deshalb wird er als wertvolle Sorte für rauhe Lagen beschrieben. Geerntet wird er von Anfang bis Mitte Oktober. In luftfeuchten und geschlossenen Lagen kann allerdings etwas Schorf auftreten.
Tafelobst Wirtschaftsobst Brennobst Dezember bis März - Wirtschaftsobst
#anspruchslos#gesund#starkwüchsig
Synonyme: Riesenbohnapfel
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Der Mautapfel ist ein starkwüchsiger, gesunder und standortanspruchsloser Baum, der nach dem Baumschul-Katalog Fey (1939) „fast überall“ gedeiht. Er bildet eine kugelige bis breitkugelige Krone, die etwas breiter wird als beim nah verwandten Rheinischen Bohnapfel, dessen Belaubung dunkler grün ist. Gegenüber diesem tritt seine Anfälligkeit für Obstbaumkrebs deutlich zurück; nur in luftfeuchten und geschlossenen Lagen kann etwas Schorf auftreten. Die Blüte erscheint mittelfrüh bis spät, etwas später als beim Rheinischen Bohnapfel; als Befruchter für andere Apfelsorten taugt die Sorte nicht. Der Ertrag setzt spät ein – der Kreisobstbaumwärter Scheidgen rechnete 1927 mit 18–20 Jahren, was nach Hans-Joachim Bannier allerdings übertrieben erscheint – fällt dann aber regelmäßig und reich aus. Auf schweren Böden gilt der Mautapfel als gute Alternative zum [[Rheinischer Bohnapfel|Rheinischen Bohnapfel]]; für Höhenlagen wurde die Sorte seinerzeit nicht geprüft. Als robuste Streuobstsorte ist er heute vor allem am Mittelrhein und im Rhein-Sieg-Kreis noch anzutreffen.
Trotz seines leuchtenden Äußeren ist der Mautapfel in erster Linie Wirtschafts- und Konservenfrucht, wenn er auch durchaus als Tafelapfel verwendbar ist; als Grundlage für Obstbrand wird er ebenfalls geschätzt. Die Ernte erfolgt etwa Anfang bis Mitte Oktober, also etwas früher als beim Rheinischen Bohnapfel; genussreif sind die Früchte von Dezember bis März. Sie lagern nicht so lang wie jene des Rheinischen Bohnapfels – das feste Fruchtfleisch ist ab Anfang Januar bereits mürbe.
Die Frucht ist (mittelgroß bis) groß, hoch kegelförmig, stielseits abgerundet, zum Kelch hin verjüngt und im Querschnitt unregelmäßig rund. Die Grundfarbe ist weißlich-grün und wird bei der Reife weißlich-gelb; darüber steht eine rote bis purpurrötliche, marmorierte, punktierte und kurzstreifige Deckfarbe auf rund zwei Dritteln bis fast der ganzen Frucht, kaum Rostzeichnung. Die Schale ist glatt, mattglänzend, relativ dick und beim Verzehr etwas störend; der Stiel kurz, knopfig, mitteldick bis dick und teils fleischig, der Kelch offen oder halboffen. Das gelblich-weiße Fleisch ist fest, mäßig saftig und verbräunt nach dem Anschnitt deutlich. Die genaue Herkunft dieser sehr alten Sorte ist unbekannt; vermutlich entstand sie am Mittelrhein aus Samen des Rheinischen Bohnapfels – als Herkunftsort werden die Gegend um Neuwied bzw. die ehemalige Abtei Rommersdorf genannt, den Namen soll eine Familie Maut geprägt haben. Die Deutsche Genbank Obst datiert die Entstehung auf 1830 und weist ihre Akzession der molekularen Gruppe MD_0946 zu. Die Baumschule Fey in Meckenheim vertrieb die Sorte bis etwa 1955 unter dem Namen Riesenbohnapfel; über ihr engeres Heimatgebiet am Mittelrhein hinaus erreichte sie keine größere Anbaubedeutung. Sie gilt als gefährdete Regionalsorte und ist pomologisch schwer vom Rheinischen Bohnapfel, ferner vom Linnicher Bohnapfel und vom Doppelten Prinzenapfel zu unterscheiden. Die Beschreibung beruht im Wesentlichen auf dem Sortenportrait von Hans-Joachim Bannier (Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt, nach dem LVR-Handbuch „Lokale und regionale Obstsorten im Rheinland“, 2010), ergänzt durch den LVR-Sortenflyer und das Passport der Deutschen Genbank Obst.
Quellen: Mautapfel · Regionale Obstsorten im Rheinland – Flyer Mautapfel (LVR-Netzwerk Umwelt / Biologische Stationen) · Deutsche Genbank Obst – Passport Mautapfel (PDF) · Deutsche Genbank Obst – Passport Mautapfel (mobile Ansicht) · LOREOS – Lokale und regionale Obstsorten: Mautapfel · BUND-Lemgo Obstsortendatenbank – Mautapfel
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (stealth/ox-alpha + stealth/ox-alpha, 2026-08-23). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
Auch bekannt als Riesenbohnapfel. Der Baum des Mautapfels „ist sehr #gesund und #starkwüchsig, gedeiht fast überall. Die Krone wird etwas breiter als beim Bohnapfel“, heißt es im Baumschul-Katalog Fey (Meckenheim) von 1939. Im Rhein-Sieg Kreis einst sehr verbreitet. Erhältlich in der Baumschule Baumgartner.
Anfälligkeit gegenüber Obstbaumkrebs tritt beim Mautapfel weniger als beim Bohnapfel auf; in luftfeuchten und geschlossenen Lagen kann allerdings etwas Schorf vorkommen. Kann wohl schwere Böden gut. Reift etwas früher als der Bohnapfel. Sehr frosthart und gesund, eine wertvolle Sorte für rauhe Lagen.
Großfrüchtige, ertragreiche Sorte, vermutlich ein Sämling des Bohnapfels, vor allem am Mittelrhein vorkommend.
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| GX70Pfo | Obst-Arboreum Gut Leidenhausen | ||
| 370 | 2025 |