Apfel · Malus domestica
Der Schneiderapfel ist eine alte Schweizer Sorte, die seit 1746 bekannt ist und 2008 von FRUCTUS zur Schweizer Obstsorte des Jahres gekürt wurde. Der starkwüchsige Baum eignet sich für Höhenlagen und Extremlagen und galt als beliebter Stammbildner. Die mittelgroßen, leicht abgeplatteten Früchte zeigen eine grün-gelbliche Grundfarbe mit rötlicher Deckfarbe. Geerntet werden sie Ende September, genussreif sind sie nach der Lagerung von Anfang Januar bis Ende März; die kleine Fruchtgröße kann dabei als Einschränkung gelten.
Wirtschaftsobst Mostobst Backobst Stammbildner
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Der Schneiderapfel ist vor allem eine Baumsorte: Der Wuchs ist stark, die Bäume bilden viele kräftige, aufwärtsstrebende Triebe und fallen im Sommer durch dunkelgrünes, gesundes Laub auf; der Ertrag setzt sehr spät ein, und die Sorte ist triploid (FRUCTUS). ProSpecieRara beschreibt den Baum ebenfalls als robust und starkwüchsig und als beliebten Stammbildner. Gerade dieser Robustheit und geringen Krankheitsanfälligkeit verdankt die Sorte ihren Ruf: In schweizerischen Baumschulen wird sie seit über hundert Jahren als Stammbildner verwendet, in den letzten Jahren wurde sie wegen der geringen Krankheitsanfälligkeit auch häufig als Mostapfel gepflanzt (FRUCTUS). Auch in Deutschland wird der Schneiderapfel als Apfel-Stammbildner geführt (Obstmuttergarten Rheinland/obstreisergarten.de). Eine Sortenübersicht eines Schweizer Reiserschnittgartens (NAP-Projekt, Toni Suter) verzeichnet ihn als starkwüchsig, für Höhenlagen geeignet, „sehr robust“, triploid und mit Toleranz gegenüber Feuerbrand. Da er triploid ist, ist er als Pollenspender für Nachbarbäume wenig geeignet und braucht selbst geeignete Befruchtersorten; zur Blütezeit sind die Angaben uneinheitlich – von einer späten Blüte mit Beginn ab Anfang Mai und daraus folgender geringer Blütenfrostgefahr bis zu einer „mittelspäten“ Blüte (nur durch Baumschul-/Verarbeiterseiten belegt, u. a. Möhl: wenig anfällig für Blütenfrost). Genaue Angaben zu Endgröße, Lebensdauer, Bodenansprüchen und zum Alternanzverhalten fehlen in den vertrauenswürdigen Quellen; Hinweise auf hohe, regelmäßige Erträge nach spätem Ertragsbeginn und auf Eignung bis etwa 800 m Höhenlage stammen bislang nur aus Baumschulkatalogen und sind daher als unsicher zu behandeln.
Geschmacklich und in der Verwendung ist der Schneiderapfel klar ein Wirtschafts- und Mostapfel. Wegen der Saftqualität zählt er zu den Spezialmostapfelsorten (FRUCTUS); ProSpecieRara nennt ihn vor allem zum Kochen geeignet und bestätigt den Ruf als Spezialmostapfel. Das Fruchtfleisch ist dort als saftig, etwas zäh, süß-säuerlich und eher schwach gewürzt beschrieben – die häufig zu lesenden Aromalobreden stammen aus Verkaufs- bzw. Verarbeiterseiten (Möhl: mittelgroß, hellgrün bis goldgelb, harmonische, gehaltvolle Aromen, ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis, als reife Frucht druckempfindlich). Die Sortenübersicht von Toni Suter stuft ihn als sehr guten Mostapfel, als Koch- und Backapfel und als Tafelapfel nur bedingt geeignet ein. Pflückreif ist er etwa Anfang Oktober und bis in den Februar lagerfähig (ProSpecieRara); die Genussreifespanne wird mit Oktober bis März angegeben (Toni Suter), womit auch die Einordnung als Lagersorte für den Winter zusammenpasst. Als Backapfel und für die Saft- bzw. Cider-Herstellung wird er ebenfalls empfohlen (Baumschul- und Verarbeiterquellen).
Die Frucht ist mittelgroß und leicht abgeplattet, mit grün-gelblicher Grundfarbe und rötlicher Deckfarbe, das Fleisch weißlich, saftig und süß-säuerlich (ProSpecieRara); eine andere Übersicht nennt sie klein bis mittelgroß, stumpfkegelförmig, gelb und sonnseitig gerötet (Toni Suter, dort auch das Synonym „Albisser“). Angaben zu Kelch, Stiel und Berostung liegen in den ausgewerteten Quellen nicht vor. Die Sorte stammt aus dem Kanton Zürich und ist seit 1746 nachgewiesen (ProSpecieRara, FRUCTUS); ihr einstiges schweizerisches Verbreitungsgebiet reichte über zahlreiche Kantone (u. a. Aargau, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Freiburg, Luzern, Obwalden, Schaffhausen, Schwyz, Solothurn, St. Gallen; ProSpecieRara). FRUCTUS kürte den Schneiderapfel 2008 zur Schweizer Obstsorte des Jahres; ein ausführliches Sortenblatt von FRUCTUS/Agroscope ist über die FRUCTUS-Sortenseite als PDF verfügbar. Im deutschen Erhalternetzwerk Obstsortenvielfalt des Pomologen-Vereins existiert ein Sortenporträt (Jens Meyer, Mai 2017) sowie mehrere Akzessionen mit Reiserabgabe; die detaillierte Beschreibung dort ist Mitgliedern vorbehalten. Grundlage dieser Darstellung sind vor allem FRUCTUS und ProSpecieRara, ergänzt durch obstreisergarten.de und die Sortenübersicht von Toni Suter.
Automatisch aus den genannten Quellen erstellt (claude-opus-5 + claude-haiku-4-5, 2026-08-08). Die Zuverlässigkeit ist etwa so wie die eines Wanderers, der an der Streuobstwiese vorbeikommt. Kann stimmen, kann aber auch totaler Unsinn sein.
2008 zur Schweizer Lokalsorte gewählt.
| Baum | Bongert | Position | Pflanzjahr |
|---|---|---|---|
| 047 | An den Erlen | 2026 | |
| knJdIL1 | Obst-Arboreum Gut Leidenhausen | ||
| vj5p0CV | Obst-Arboreum Gut Leidenhausen | ||
| 126 | Streuobstplantage Gartenfeld | V14 | 2024 |
| 146 | Streuobstplantage Spechtsberg | E02 | 2025 |
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